Harris & Lewis
Die Äußeren Hebriden sind weit weg. Ein Besuch dieser Inselgruppe ist sogar für einen Schotten fast wie eine Reise ins Ausland. Hier ist es anders. Auf dem Festland findet man in manchen Gebieten Straßenschilder auf Englisch und Gälisch. Auf den Äußeren Hebriden sind sie meist einsprachig: Gälisch. Die Melodie dieser sanften, musikalischen Sprache wird uns auf dieser Reise öfter begegnen. Nirgendwo sonst in Schottland ist die gälische Kultur so erhalten geblieben wie hier. Das gleiche gilt für die religiösen Traditionen der Inselbewohner, denn hier wird die Sonntagsruhe noch streng eingehalten.
Auch die Landschaft auf den Inseln spiegelt diese andere Welt wider - meilenlange, menschenleere weiße Muschelstrände säumen die Westküsten, karge Moore, schroffe Berge und ein Gewirr aus Seen prägen das Landschaftsbild des Landesinneren und der Ostküsten. An stillen Tagen wirkt diese Welt außerordentlich geruhsam und friedvoll; bei Sturm dagegen gewaltig und elementar.

Harris und Lewis sind eigentlich keine zwei getrennten Inseln, sondern nur eine. Eine rauhe, unwegsame Gebirgskette trennt den südlichen Teil Harris vom Nordteil Lewis. Der einfachste Weg zwischen beiden Inselteilen war mit dem Boot und so bildeten sich zwei getrennte Kulturen. Unsere Wanderungen führen uns mal entlang der Küste, mal durch das rauhe Gebirge. Wir folgen dem alten Postbotenweg nach Rhenigidale an der wilden Ostküste von Harris, wandern in Hushinish auf den Spuren eines deutschen Raketenforschers und entdecken auf der Insel Scalpay den abgelegenen Eilean Glas Leuchtturm. Zwei richtige Höhepunkte sind der Besuch des weltberühmten Steinkreises Callanish und die Besteigung des Hausberges Beinn Dubh, der uns herrliche Ausblicke auf die schillernde Küstenlandschaft bietet.
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