Leipzig

Es ist eine bewegte Geschichte, auf die die über 800jährige Stadt zurückblickt. Slawische Siedler, die Sorben, begründeten im 7.-9. Jahrhundert Lipzk, den "Ort bei den Linden". Um 1165 erhielt die Stadt das Stadt- und Marktprivileg. Da sich hier Heer- und Handelsstraßen kreuzten, entwickelte sich bald ein reges Markttreiben. Seit der Verleihung des Messeprivilegs durch Kaiser Maximilian I. im Jahre 1497 wuchs Leipzigs Bedeutung als Messestadt beständig an. Mit dem technischen Fortschritt vollzog sich 1895 in Leipzig die Ablösung der Warenmesse durch die Mustermesse, was der Stadt bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges eine führende Position im internationalen Messewesen einbrachte.

Um den reichen kulturellen Traditionen der Stadt nachzuspüren, sollte man unbedingt etwas Zeit mitbringen. Bestens geeignet ist dafür die überschaubare und fußgängerfreundliche Innenstadt. Innerhalb eines 3,5 km langen Promenadenringes gelegen, lassen sich hier viele Sehenswürdigkeiten erlaufen. In der Mädler Passage, die seit Jahrhunderten als vornehmste Flaniermeile der Stadt gilt, laden exklusive Geschäfte zum "Shoppen" ein. Hier hat auch der durch den legendären Faßritt des Dr. Faustus weithin bekannte Auerbachs Keller sein Domizil. Szenen aus Goethes "Faust I" sind nacherlebbar bei einem Besuch des Kellers.

Restaurierte Passagen wie Specks Hof, Barthels Hof oder Steibs Hof stehen der Mädler Passage in nichts nach und begeistern mit ihrer faszinierenden Architektur und den neu entstandenen Geschäftsflächen. Seit 1998 ist auch das legendäre Café und Museum Zum Arabischen Coffe Baum, das zweitälteste Café-Haus Europas, wieder geöffnet.

Am Marktplatz steht das Alte Rathaus, eines der eindrucksvollsten Renaissancebauwerke in Deutschland. Hier ist auch das Stadtgeschichtliche Museum zu Hause. Auf der Rückseite befindet sich die Alte Handelsbörse mit dem Goethedenkmal. Goethe, der bekannteste deutsche Klassiker, verbrachte in Leipzig seine Studentenjahre und nannte die Stadt liebevoll sein "Klein-Paris".

Als Tip, von wo man einen herrlichen Blick über alle diese Sehenswürdigkeiten und das Leipziger Land genießen kann, gilt das Völkerschlachtdenkmal. Es erinnert, ebenso wie die Russische Gedächtniskirche, an die Gefallenen in der Völkerschlacht im Oktober 1813. Nach seinem Umbau erfreut sich der Leipziger Hauptbahnhof, der größte Kopfbahnhof Europas, einer wachsenden Beliebtheit. Täglich kann man bis 22 Uhr durch die neu entstandenen Promenaden bummeln und die imposante Architektur bewundern.

Die Nikolaikirche als älteste und größte Leipziger Kirche ist sicher jedem von den 1989 durchgeführten Friedensgebeten bekannt. Von hier gingen die Impulse für die Montagsdemonstrationen aus, die die friedliche Wende zur Einheit Deutschlands herbeiführten.Der Weg wird jeden Besucher auch in die Thomaskirche führen, wo der weltbekannte Thomanerchor seinen Ursprung hat und wo einst Johann Sebastian Bach als Thomaskantor Werke komponierte, die später um die ganze Welt gingen. Sein Grab befindet sich im Altarraum der Thomaskirche. Beliebt sind die Sommerkonzerte in den Monaten Juli und August am dortigen Bachdenkmal sowie die Motetten freitags und samstags mit dem Thomanerchor.

Ein besonderes Erlebnis bieten auch die Sonntagskonzerte im Mendelsssohn-Haus, dem weltweit einzigen Museum, das den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy ehrt. Zwei von Leipzigs Musentempeln laden am neu gestalteten Augustusplatz zum Besuch ein, die über 300 Jahre zählende Leipziger Oper und das Haus des weltbekannten, seit mehr als 250 Jahren bestehenden Gewandhausorchesters.
Freunde des Theaters kommen im Schauspiel Leipzig oder den zahlreichen kleineren Spielstätten auf ihre Kosten. Die Liebhaber des bildkünstlerischen Schaffens finden mit dem Museum der bildenden Künste eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Mitteldeutschlands vor. Kunst der Gegenwart und aktuelle Tendenzen können u.a. in der 1998 eröffneten Galerie für Zeitgenössische Kunst betrachtet und diskutiert werden. Nur wenigen ist bekannt, dass Leipzig die Kabaretthauptstadt Deutschlands ist. Keine andere Stadt besitzt so viel Kabaretts pro Einwohner. Ein Ausgeherlebnis von Gaststätte zu Gaststätte, von Kneipe zu Kneipe bieten die Szenemeilen: der Drallewatsch (Bereich um das Barfussgässchen), das Schauspielviertel (Bereich um die Gottschedstraße) und die Südmeile (Bereich um die Karl Liebknecht Straße) - Begriffe für Erlebnis, Gastronomiekultur und Unterhaltung im Herzen der Stadt. In den 450 Jahre alten unterirdischen Gewölben der Moritzbastei residiert Europas größter Studentenclub, der in lockerem Ambiente Tanz, Konzerte und Gastronomie für Jung und Alt bietet. In Leipzig kann man also rund um die Uhr etwas erleben!
Aber die Stadt hat nicht nur Sehenswürdigkeiten und Unterhaltung zu bieten, sondern mit dem Auenwald auch eine in Europa einmalige Park- und Auenlandschaft, die sich wie ein grüner Gürtel durch Leipzig zieht.

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