Nicolaus Müller

vulgo Hessen Niclas, auch Hainbüchen Stumpf

Römhild

Er ist 41 Jahre alt [*1780] und angeblich zu Römhild im Meiningischen geboren. 5 Fuß 1 Zoll groß, hat hellbraune Haare, eine hohe Stirn, dunkele starke Augenbrauen, graulich blaue, etwas tiefliegende Augen, eine lange Nase mit weiten Nasenlöchern, mittelmäßigen Mund mit starken, gesunden Zähnen, gelbliche Gesichtsfarbe, ziemlich viel Blatternnarben im Gesicht. Auf einem seiner Arme ist der Name Johann Nicolaus Müller, nebst einer Figur eingeäzt.

Er ist ein Bruder des Georg Müller, vulgo Strick-Görg und, gleich diesem, ein abgefeimter Spitzbube. Seine ehemalige Beischläferin Elisabeth Schröder, ist eine Schwester der Zuhälterin des Nicolaus Bost. Späterhin führte er eine Weibsperson, die sich Friederike Dehn nannte, als Zuhälterin mit sich herum. Im März 1801 wurde er mit seiner Mutter, Marie Catharine, seinem Bruder Georg, seiner Schwester Margarethe, ferner mit Johann Müller, Johann Martin Rupprecht, Johann Köhler, an der Hessisch-Waldeckschen Grenze verhaftet, nach Bergheim (Waldeck) gebracht und von da nach Cassel ausgeliefert, wo er sodann des Landes verwiesen ward.
Er war noch nicht 18 Jahre alt, als er schon an den Unternehmungen der berüchtigten Gauner, eines J. A. Wenderoth und eines Johann Martin Rupprecht Theil nahm.

Im Jahr 1804 wurde er mit Heinrich Pfeiffer, der nachher im Main ertrunken sein soll, von neuem verhaftet, brach aber auf eine sehr kühne Art in Cassel aus, wurde jedoch im May 1806 wieder eingefangen und auf unbestimmte Zeit zu den Eisen nach Ziegenhain verurtheilt, von da nach Magdeburg und später nach Cassel versetzt, wo er im July 1811 begnadigt und entlassen wurde. Er fing jetzt sein Gaunerleben non neuem an, wurde im Jahr 1816 in Folge verübter Einbrüche unter dem Namen Nicolaus Angstmann abermals verhaftet und in Fulda zur Untersuchung gezogen. Da er dort mit der starren Hartnäckigkeit seinen wahren Namen verleugnete, so wurde er im May 1829 an das Criminal-Gericht in Cassel geliefert, wo er endlich, der Identität überführt, ein Geständnis ablegte und hierauf nach Fulda zurückgebracht wurde. Er ist später im Gefängnis zu Fulda gestorben.