
Musik - so ein einfaches und kurzes Wort. Aber was für ein Potential. Was für eine Gewalt haben die Tasten eines Klaviers, die Strings einer Geige oder Gitarre, das Beben eines Schlagzeugs. Welche Kraft liegt im Zusammenspiel dieser Instrumente, welche Komplexität im Ergebnis dieser Vereinigung? Wie ist es möglich, das eine simple Melodie, das ein minimalistisches Klangbild, ein auf wenige Takte beschränktes Muster so tief in das Innere eindringt. Für mich ist es nicht die Zeit, in der diese Noten zu Papier gebracht wurden, es ist das Gefühl. Und so ist es vergleichbar - ein Rachmaninov und ein Tim Rice-Oxley - ein Wolfgang Amadeus Mozart und ein Roger Waters. Es ist die Genialität in den Köpfen, nein - mehr im Herzen - es ist das Gefühl - es ist die Kunst, Gefühle auszudrücken. Wie sonst kann die Musik den Körper zwingen zu leiden, wie sonst kann Musik weinend machen, wie sonst kann Musik glücklich machen.
Oh, die Armen, die mit Musik nichts anfangen können, die nicht bei ihrer Musik träumen, die nicht bei ihrer Musik weinen, die nicht bei ihrer Musik tanzen - die nicht bei ihrer Musik LEBEN können. Was wäre das Leben, was wäre mein Leben ohne Musik?
just heard...

... more soon
COLDPLAY - Viva La Vida Or Death And All His Friends (2008)
... it's out NOW!!!! Heute mittag ist das neue COLDPLAY Album erschienen - in Japan, morgen dann in UK und am Freitag bei uns. Wie gespannt war ich -
vor allem nach den Spots von "Viva La Vida" im Fernsehen, oder nach dem Release von "Violet Hill".
3 Jahre sind vergangen - 3 lange Jahre nach "X&Y" - und es ist so viel geschehen - auch mit COLDPLAY. Das neue Album zeigt es ganz deutlich - es ist verdammt viel Zeit vergangen - und COLDPLAY hat sich auch verändert, weiter entwickelt. Die Zeiten von «Parachutes» sind vorbei - die Musik ist klingt voller, fester, rockiger.
Sie sind nicht zu überhören - die neuen Klänge - die Japan-Tour hat deutliche Spuren hinterlassen...
Und trotzdem, und vor allem weil es COLDPLAY ist (und es ist nicht nur Chris Martin's Stimme)- kommt es wieder - das Gefühl, das einzigartige Gefühl, das Stechen, das Pulsieren, das "Augen-schliessen-und-verlieren". COLDPLAY ist wieder da! Die Bilder im Kopf für das neue Album fehlen noch, entstehen, entwickeln sich gerade - nein, eigentlich sind sie schon längst da. Es ist wieder ein neues COLDPLAY-Gefühl - und wieder ein neues "Augen-schliessen-und-verlieren" ...[11.06.2008]
Udo Lindenberg - Stark wie Zwei (2008)
Unvorstellbar - was Musik bewegt. Ich war unheimlich skeptisch, befangen - aber neugierig. Gerade heute kam es heraus, das neue Album Lindenberg-Album. Und seit 14 Uhr läuft es ununterbrochen. Ein paar Akkorde und schon sind sie wieder da - die Bilder, die Szenen. Es hat sich so vieles geändert - und doch nicht ein bisschen. Ein Stückchen Leben zieht vorbei - mein Gott, 25 Jahre und doch ist es so präsent, als wenn es gerade erst gestern war.
Lindenberg ist wieder da, allein der Titelsong - «Stark wie Zwei» - geht so tief, weckt Erinnerungen. Aber Udo ist nicht mehr allein - Helge Schneider, Silbermond, Juli, Till Brönner und Annette Humpe - alles fügt - sich aber bitte nicht versuchen, zu kategorisieren. Anhören, und wer aus seiner Erfahrung schöpfen kann, wird sich wieder finden. Ganz genau so - wenn man IHN kennt.
Klee - Zwischen Himmel und Erde (2006)
Durch Zufall gehört - und hängen geblieben. Das Cover hat mich angesprochen, berührt - nicht allein, die Musik auch. Erst skeptisch, dann neugierig und am Ende die halbe Nacht - KLEE. Es ist nicht allein die Stimme von Suzie Kerstgens - es sind die Texte. Es sind Worte, Bilder, Szenen, die eindringen. Im Inneren wieder zu Bildern und Szenen werden. Lange nicht mehr erlebt, von einer (neuen) deutschen Band. "Die Stadt" und "Zu anderen Ufern" - das sind Stücke wie Spiegel der Seele, Spiegel der Gefühle - und "Der größte Moment", indem alles anfängt wird dir geschenkt - DANKE!
Thirteen Senses - Contact (2007)
Der homogene, ruhige Trend des ersten Albums (The Invitation) setzt sich nicht ganz so fort. Das Tempo wird etwas angezogen, es ist nicht mehr ganz so melancholisch - aber der Stil bleibt. Unverkennbar der Sound von Coldplay bei «Talking To Sirens». Pompöser wird es mit «Ones and Zeros/You and I». Also, wieder ein schönes Album, unbedingt hörbar. Man muss nicht immer den Vergleich ziehen. Zwischen den Alben von Coldplay und Keane, Travis und Embrace vergeht immer so furchtbar viel Zeit - Thirteen Senses hilft sie zu verkürzen, ohne ein Lückenfüller zu sein. Potential für Gänsehaut ist allemal vorhanden, wenn man dafür offen ist, wenn man es zulässt.
Rosie Thomas - These friends of mine (2007)
Es war der letzte Song dieses Albums,. der ihr auch den Namen
gab - «These Friends Of Mine» - den ich an Silvester
2007 zum ersten Mal bei Jen Gray hörte. Und es war ein Film,
der ablief, es war ein Rückblick - auf das Jahr, auf die
Menschen, auf die Freunde.
«These Friends Of Mine» ist bereits das 4. Album der
in Detroit aufgewachsenen und nun in New York lebenden Rosie
Thomas. Nur die Stimme, sonst Minimalismus - aber gefühlt
und erlebt. Musik für Kerzenlicht und Geborgenheit. Und am
Ende diese Hymne...
Klee - Jelängerjelieber (2004)
"Das ist für alle die, die es verstehen..." - so fängt das Album an - und man merkt, wen es erreichen soll. Es ist merkwürdig, wie innerhalb weniger Stunden, ein Album Besitz ergreift, von dem, den es erreicht. "2 Fragen" - Woran glaubst du und wofür lebst du ? - oder Woran denkst du und wohin gehst du ?
"Wunschfrei" tut weh, es ist selten in deutsch - sonst schaffen es Rosenstolz oder die DTH, aber plötzlich geht das unter die Haut - dieser Text, diese Stimme.
Auch das letzte Stück des Albums (Mein Zimmer) ist Geschichte, ist Erlebtes, ist Erinnerung, ist schön. Wer hier nicht die Augen schließen kann und sich in seine Kindheit, mhh - besser Jugendzeit, versetzen kann - brauch dies auch zu hören. Nur war diese Zeit damals, eine ganz andere...
Antimatter - Planetary Confinement (2005)
Es geschieht nicht sehr oft, dass mir Musik schon nach wenigen Tagen so ins Herz fährt. Das ist erdrückend, ergreifend und schwermütig zugleich. Noch nie hat ein Album mich so begleitet, ist ein Album so bezeichnend für eine so kurze Zeit in meinem Leben gewesen. Wenn es eine Methapher für Melancholie gibt, mit diesem Album könnte sie Antimatter heißen. Schon die ersten Akkorde von «Planetary Confinement» sind Symbolik, verstärkt durch «The Weight of the World» und «Epitaph» - diese Musik möchte ich hören, wenn ich die Münzen auf den Augen habe um den Fährmann zu bezahlen...
Thirteen Senses - The Invitation (2005)
Gefühlvolle Gitarren und Klavier - melodische Melancholie
erinnert an Coldplay, Keane, Travis, Embrace - manchmal ist es
sehr schwer hier die Trennung zu finden. Auf jeden Fall schaffen
es die vier Jungs aus Cornwell (UK) mich, mit ihrem
Debütalbum «The Invitation» zum Zuhören zu
fesseln. Einmal, zweimal, dreimal läuft die CD und die
Musik, die gewohnten Musik geht ein, versucht unter die Haut zu
gehen. Noch ist es oberflächlich, noch fehlen die Bilder
dazu. Aber es wird noch kommen - ganz sicher.
Gerade das embracige «History» , das keanige
«Automatic» oder das anfangs coldplayige «Into
The Fire» machen unheimlich neugierig auf das zweite Album
"Contact", erschienen 2007.
Katie Melua - Pictures (2007)
Das dritte Album von Katie Melua ist fast so gut wie die anderen beiden («Call of the Search» und «Piece by Piece»). Sicher sind einige Songs mehr oder weniger Geschmacksache und weniger spannend, wie z.B. «Scary films» und «Ghost Town». Aber diese Frau schafft es immer wieder, ihre Musik dort zu platzieren, wo man empfindlich ist. Dort, wo nur diese Art von Musik wirken kann - tief im Inneren. Wer Katie schon einmal live erlebt hat, wird sich bei vielen Songs vorstellen können, wie viel Gefühl sie in diese Musik legen kann. Es reicht, die Augen zu schliessen und sich fallen zu lassen. Wie gesagt, nicht bei jedem Song - aber «What I Miss About You» und «If You were a Sailboat» gehören auf jeden Fall zu dieser Art. Der letzte Titel wiegt sehr schwer «In My Secret Life» - das Leonard Cohen Original wurde erst 2004 von Eric Burdon versucht, aber auch Katie schafft es nicht. Macht aber nichts - trotz alledem - eine wunderschöne CD für den Herbst...
Athlete - Beyond the Neighbourhood (2007)
ENDLICH!!! Schon so lange darauf gewartet, ist das neue Album von Athlete heute nun auch in Deutschland erschienen. Wer schon in die UK-Edition hinein hören konnte, spürte etwas von Veränderung. «Tourist» (zum Glück) voll mit herrlichen Balladen und Melancholie, wird nun abgelöst - aber nicht ersetzt. Der Athlete-Stil hat sich nur unwesentlich geändert, mehr elektronische Elemente und die Stimme von Joel Pott reiht sich (leider) harmonischer in den Soundteppich ein - aber es gibt sie allemal wieder - die «Unter-die-Haut-Geher» wie «Flying over bus stops» und «This is what I sound like» - trotzdem vermisse ich das schon im Frühjahr erschienene «Lest We Forget». Es gibt viel zu hören in diesem Herbst, es gibt viel zu fühlen in diesem Herbst - Athlete ist auf jeden Fall eine gute Grundlage. Eigentlich schon lange.
James Blunt - All the Lost Souls (2007)
Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können - genau im Herbst - wenn der Sommer sich verabschiedet - die Jahreszeit für solche Musik beginnt. Nach der Veröffentlichung von «1973», dass sich schon fast abgehört hat - nun endlich das neue Album «All the Lost Souls» Es reiht sich nahtlos an, an «Back To Bedlam» und man könnte meinen, es wäre die nahtlose Fortsetzung davon. Es gibt keine Veränderung, aber auch keinen Rückschritt. Blunt bleibt seinem Stil treu und das ist gut so. So wird seine Musik zeitlos, bleibt traurig, mit Texten, die tief gehen. Das ist Musik, die man im Regen hören kann - oder eben wenn die Blätter fallen, der Nebel aufzieht. Nur im Herbst gibt es dieses Licht - Shine on...
Dolphin Blue - Live (2007)
Wie rezensiert man eine Coverversion ohne das Original in den Vordergrund zu stellen? Hinken Vergleiche nicht immer? Wie kann diese eigentlich einzigartige Waits-Stimme, durch Alkohol und Zigaretten kaputt aber zum einzigartigen Markenzeichen geworden, so kopiert werden? Und nicht allein die Stimme ist es ja, es ist das Gefühl - die Interpretation, das Überspringen, der bildlich werdende Vergleich zur Wirklichkeit, es ist die Kunst, so zu erzählen, als würde man es erleben. Tom Waits Musik kann man nicht nebenbei hören, man muss sie erleben, aufnehmen - wer es kann, nachfühlen, nach(er)leben.
Das Album schlägt einen großen Bogen durch die
etlichen Jahre Waits - von mächtigen, tiefgreifenden
Balladen bis hin zu Blues, Jazz, Tango oder Polka. Das Piano
(Matthias Kahlmann) bei "Picture in A Frame" und "Rubys Arms"
allein schafft Gänsehaut, die Stimme dazu lässt sie den
Rücken herunter laufen.
Man muss nicht alles mögen, am Original verhält es sich
nicht anders. Das Spektrum jedenfalls ist unerwartet breit. Und
zweifelsohne unerwartet gut. Rauchig, wie ein Islay Whisky,
kratzig aber doch unheimlich gefühlvoll, sentimental und
eingängig ist die Stimme von Peter Koch.
Hinken Vergleiche nicht immer? In diesem Fall könnte man meinen, sie wackeln nicht einmal - anhören und selbst erleben!
http://www.dolphinblue.de/
Embrace - This New Day (2006)
Eine im letzten Jahr erschienene CD zum Anlass nehmend, zum Vorgeschmack auf die Neueste (Fireworks (Singles 1997-2002) - so zu einer Musik zu finden ist doch gut - oder? EMBRACE - für mich die Entdeckung des Monats August - melancholisch schön und tiefsinnig. Sind es nur wenige Songs auf der neuesten CD - z.B. «Natures Law» oder «I can't come down» - so finden sich doch auch auf den älteren Scheiben sehr viel mehr tiefgründige Songs, träumeanregende Musik. Vor allem «Fireworks» und «The Good will out», «Wonder» holen Emotionen hervor, lassen Gedanken in Träume enden. Auch die Songs der CD [Dry Kids-B-Sides 1997-2005] - «Dry Kids» und «Butter wouldn't» gehen tief unter die Haut. «Waterfall» und letztendlich «Liars Tears» landen unter der Oberflächlichkeit des alltäglichen Lebens. Genau in diesem Moment, wenn wir die Augen schliessen, beginnt diese Art von Musik zu wirken. Die Möglichkeit, Gefühle aus dem Inneren heraus zu holen - das Leben in Bildern leben zu lassen - es ist ein manchmal ein bisschen Travis, ein wenig Coldplay - eine perfekte Mischung aus Indie und Melancholie, aber unbedingt herein hörenswert... Nein - nicht aber - sondern «Drawn from Memory» - dann stellt sich diese Frage nicht mehr.
Genesis - Turn It On Again - Tour Edition (2007)
Mhhhh, die Neuauflage des 1999 erschienen Albums «Turn It On Again» wurde um einige Songs erweitert. So kamen rechtzeitig zum Antritt der Europa Tour im Juni zwei CDs auf den Markt - sie sollten wohl als Einstimmung auf die Konzerte dienen. Etwas aufgemöbelt und modern klingend, bieten sie aber überhaupt nichts Neues. Wer das Konzert besucht hat, vermisst natürlich einige Stücke auf der CD («Ripples», «Los Endos», «Domino»), andererseits wurden auch nicht alle Stücke der CD im Konzert gespielt. Somit bleibt eine Teilmenge übrig, die allenthalben für Genesis-CD-Sammler interessant sein dürfte - nicht mehr progressiv, aber populär. Natürlich picke ich mir meine Stücke heraus - «Carpet Crawlers», «Hold On My Heart», «Afterglow», «Many Too Many», «Your Own Special Way», «Inside and Out» - haben nichts von ihrem alten Glanz verloren, erstrahlen in einem neuen und gehen immer noch tief unter die Haut. Zeitreisen in Kopf und Bauch beginnen und enden so. Mit dieser Erwartung sind wir zum Konzert gegangen - und wurden etwas enttäuscht. Aber das gehört hier hin. Wollte man der Genesis-Gemeinde das Geld nicht aus der Tasche ziehen, wäre die CD nicht unbedingt notwendig gewesen. Aber Genesis geht es doch jetzt nicht mehr ums Geld - sondern allein um die Freude an der Musik - mhhhh.
Lambchop - Damaged (2006)
Manchmal gibt es Zufälle, manchmal reichen wenige
Sekunden eines Stückes um tief zu gehen, manchmal geht ein
Song nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf - gut,
dass es so etwas noch gibt. Lambchop (Lammkotelett) ist nun
gerade der unpassendste Name, den man sich für diese Musik
vorstellen könnte. Nehme ich als Einstieg die letzte CD
«Damaged» - so fesselt mich schon der erste Titel
«Paperback Bible » - ich bin berührt von der
Stimme Kurt Wagners - ich denke zuerst an Tindersticks, die
Traurigkeit - dann an Leonard Cohen und Nick Cave - aber es ist
anders - anders traurig, aber unheimlich tief. Liebe, Trauer und
Einsamkeit - «A Day Without Glasses» - es sind
Alltagsgeschichten, und sie sind es immer wieder - wenn man nun
die älteren CD hört - sie bleiben im Stil, Lambchop
bietet sentimentale Kontinuität - ruhig und irgendwie
zeitlos - wenn es einmal das Ziel «Kopf und Herz»
erreicht hat, beginnt es zu fesseln - für lange Zeit.
Lambchop ist nun wirklich keine gewöhnliche Band, das sind
12 bis 20 Musiker deren Schaffen bereits 1993 in Nashville
(Tennessee) begann. Unbedingt einmal reinhören ...
The Fratellis - Costello Music (2007)
Wow - wieder einmal sind es die Schotten (always the Scots...). Etwas ganz Neues sorgt nun auch jenseits der Insel (dort schon 9/2006) bei uns für Furore. Emo-Rock und das vom Feinsten. Diese Musik macht gute Laune - nichsts anderes - man kann auch nicht anders. Schon der erste Song auf der CD «Henrietta» lässt die Beine zucken, die Finger trommeln. Weiter geht es mit «Flathead» - man denkt schon an kurze Röcke, tiefe Dekolletés und unendlich lange Beine - Retro macht Spaß - und wird zum Ohrwurm. «Whistle For The Choir» erinnert an lange Autofahrten im alten VW Bus, endlose Strassen, Felder und Wiesen und viel Wind, wehende Harre und große, dunkle Sonnenbrillen. Auch «Chelsea Dagger» animiert - sogar ein ganzes Fussballstadium mag hier mitsingen - und so geht es weiter bis zum Schluß. Es ist schon verrückt, was John Lawler und seine beiden Jungs (Gordon McRory und Barry Wallace) auf die Beine stellen - eine wirklich rockig-leichte, sommertaugliche Musik, die frischen Wind bringt und gute Laune macht.
Travis - The Boy With No Name (2007)
Travis (always the Scots...) bleibt sich treu. In die Linie der melancholischen Alben, angefangen von «The Man Who» bis zu «The Invisible Band» reiht sich dieses Album ein. Für mich steht es steht allerdings ziemlich in der Mitte. Große Veränderungen gibt es nicht im Stil von Travis, es ist auch nicht notwendig. Wenngleich der 2. Track (Selfish Jean) ein wenig aus dem gewohnten Rahmen fällt, so liegen doch die Balladen «Big Chair» und «Closer» voll im Trend. Die vier Schotten haben mit diesem, glaube ich, 5. Studioalbum wieder etwas erreicht - eine Anknüpfung an erwartete große melodische Geschichten, an melancholische Stimmungen. Mit «Battleship» und «3 Times You Lose» treffen sie es wieder auf den Punkt, genau dorthin wo es so verdammt schön weh tun kann. Chris Martin behauptet wohl, dass es seine Band (Coldplay, ...) ohne Travis vielleicht nie gegeben hätte. Oh Mann, wäre das traurig - insofern DANKE Travis, für ein paar weitere 50 Minuten Traurig-Sein-Können.
Sophie Zelmani - Memory Loves You (2007)
Wer sanfte, melancholische Frauenstimmen mag, der kommt an Sophie Zelmani nicht vorbei. Mit "Memory Loves You" legt die Schwedin ihr sechstes Album vor. Das ist nachhaltig bewegende Musik - Musik aus dem Herzen. Es ist ein ganz unnachahmliches Niveau, leichthändig erscheinend - bewegend, berührend. Sie singt von Liebe, Gefühlswirren - immer wieder, wie auf ihren anderen Alben. Manchmal hauchzart, mit streichelnder Stimme erzählt Sophie Zelmani ihre Geschichten. Und sie trifft denjenigen, der für solche Werke offen ist genau dorthin, wo die Musik herkommt - ins Herz. Einer der stärksten Songs aus diesem Album "Love On My Mind" - das sind große Gesten, Emotionalität, Gefühlswelten. Daraus folgt eine einzigartige Stimmung, die darf man nicht zerstören - nur lauschen, die Augen schließen und träumen. Anhören!!!!
http://www.sophie-zelmani.com
DTH - Nur zu Besuch: Unplugged im Wiener Burgtheater (2005)
Ungewohnt - aber eine Klasse für sich, auf Lautstärke kommt es also nicht an. Unplugged erscheint mir ehrlicher, gefühlvoller und tiefgreifender. Es ist nicht der Punk - es sind die Texte, die tiefgreifenden Stücke wie «Der letzte Kuss», «Alles aus Liebe» und «Nur zu Besuch», die so für mich viel ehrlicher und intensiver klingen. Vielleicht ist es auch nur das, was ich mir ohnehin von den «Hosen» herauspicke - diese Gefühle, diese Sehnsucht und gerade diese Tiefe (in den Texten). Es sind die stillen Songs, die unter die Haut gehen, die Gedanken und Erinnerungen wecken - die Gänsehaut erzeugen --- vielleicht bin ich zu alt für Popmusik, aber für diese «Hosen » noch nicht.
Athlete - Tourist (2005)
Dieses Album ist bewegender, tiefgreifender, melancholischer als «Vehicles and Animals» - zum Glück. Und noch Eines vorweg - Athlete ist keine Coldplay Konkurrenz. Die Bandbreite ist groß - sanftes Klavier, durchdringende Streiche, kräftige Gitarren, elektronischer Sound und eine unverwechselbare Stimme. Und sie ist es - die Stimme von Joel Pott, die so unberechenbar ist. Sie geht am Satzende nach oben, manchmal monoton - das Ungewöhnliche macht es aus. «Twenty Four Hours» - so oft, so lang kann man die Musik von Athlete hören - sie wird nicht langweilig. Sie zieht die Gedanken in den Bann, zieht die Träume dorthin, wo sie manchmal weh tun. Sie erzählt Geschichten aus dem Leben, aus dem Alltag - natürlich von Liebe. Und so ist sie auch gemacht, für diejenigen, die lieben, die empfinden - die leben. «Twenty Four Hours, Trading Air, Street Map » - diese Songs können im Bauch schmerzen, können den Hals zuschnüren, können die Augen schließen und voll Tränen füllen - wenn man dazu bereit ist. Nicht die Tränen der Trauer - Tränen des Glücks, vielleicht ist das Hoffnung, vielleicht ist das Optimismus. Eines ist es aber auf keinen Fall - oberflächlich. Anhören!!!!
Video 24 Hours
Kate Price - The Isle of Dreaming (2004)
Irland hat Enja - Amerika hat Kate Price ... So hab ich das irgendwo mal gelesen. Nun ja, etwas Wahres ist schon dran. Bei "Andalusia" anklingende folkloristische, orientalische Szenen wandeln sich in schwermütige, über weiten Tälern nebelaufziehende Bilder. Es passt alles mehr in ein europäisches, keltisches Bild, welches Kate Price mit ihrem Album zeichnet. Zum Träumen schön führt der Song "The Isle of Dreaming" in eine noch intakte Welt, Natur, Wasser und dicker Nebel der über den grünen Bergen liegt. Fehlt nur noch der Whisky (Whiskey) - aber auch ihr zu Liebe nicht - keinen Bourbon....
Tindersticks - can our love...(2001)
Als Dandy wird er bezeichnet - dieser Stuart Staples - na und? Musik ist Geschmackssache und Tindersticks ist (zum Glück) kein Mainstream. Er ist es, der mit seiner Stimme diese Musik zu etwas erhebt, was man ROMANTIK nennt. Steht es wirklich tätowiert auf ihren Brüsten? Egal, es ist Romantik, dunkle Romantik, Melancholie, Trauer, Schmerz. Solche Musik hört man am besten in der Nacht. Mit einer Kerze. Man sollte den REPEAT Mode einschalten - wenn die CD am Ende ist beginnt die Geschichte neu - diese Musik eignet sich, wenn man Traurigkeit sucht. Wenn man träumt, sich verliert und nicht findet. Wenn man ... - eben davon erzählt Stuart.
Tindersticks - Trouble Everyday (2001)
Etwas mulmig wird einem schon, wenn man das Cover betrachtet, wenn man die Hülle aufklappt. Etwas wärmer wird einem schon, wenn man die CD einlegt und die Stimme von Stuart Staples hört - da sind sie wieder - diese Streicher, diese Streicher, die ihre Bögen ganz lang ziehen - lang und durchs Herz. Dieses Album strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Und auch hier ist es wieder die Melancholie, die Traurigkeit - es ist ein Minimalismus. Es sind die langen Pausen, die Ruhe, die Streicher, die wenigen Akkorde - die diese Musik zu einer Kulisse passen lassen - die tief traurig, dunkel und naja, eben ohne bunte Farben ist. Tindersticks ist ohnehin nicht bunt - eher schwarz, grau und blutrot. Vielleicht wie der November.
When The Wind Blows (2004)
«Wenn der Wind weht» ist ein englischer
Zeichentrickfilm von 1986, der auf dem Comic « Strahlende
Zeiten » von Raymond Briggs basiert und die Folgen einer
Atombombenexplosion auf die Bevölkerung thematisiert. Zum
Teufel mit dem Streit um Pink Floyd. Zum Teufel mit dem Streit um
die Genialität der einzelnen Musiker. Ich schiebe die CD
rein und drücke erst einmal weiter bis Track 6 - hier
beginnt "mein" Roger Waters. Hier beginnt der
Geschichtenerzähler, hier beginnt der Film abzulaufen. Es
ist so einfach - wenn man bereit ist - man braucht nur die Augen
zu schließen. Man überlässt sich der Musik und
beginnt zu leben - in einer anderen (nicht besseren) Welt. Man
beginnt es zu fühlen, es ergreift den ganzen Körper -
Augen zu und erleben.
Dieser Soundtrack reiht sich ein in die famose Reihe Roger
Waters, von «The Wall», «The Final Cut»,
«Amused to Death» und «The Pro And Con's of
Hitch Hiking». wenn man bereit ist, diese Musik zu erleben
- dann zwingt sie zu Gefühlen, zu Gedanken, zu Erinnerungen
- und auch zum Weinen (wenn man es kann)...
Fingertips - Catharsis (2006)
Fingertips ist eine hier ziemlich unbekannte Band aus Portugal, ihre CD's sind in Deutschland auch nicht so ohne weiteres zu bekommen. « Are you for real « - damit fängt es an - dieses melancholische Gefühl. Das zweite Album ist reifer, ruhiger und tiefer als «all'bout smoke'n mirrors» (besonders erwähnenswert ist Track 2 - Melancholic Ballad (for the leftlovers). Catharsis eignet sich hervorragend zum Träumen, zum Vergessen, zum Wegdriften in eine andere Welt. Kopfhörer auf, Augen zu und weg...........
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