Coldplay Tour 2016

Coldplay - A Sky Full of Stars World Tour 2016

01.07.2016, Volksparkstadion Hamburg

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Silbermond Tour 2016

Silbermond - Leichtes Gepäck Tour 2016

24.05.2016, Mannheim SAP Arena

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Leonard Cohen World Tour 2013

Leonard Cohen - World Tour 2013

28.06.2013, Mannheim SAP Arena

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DTH - Krach der Republik

Die Toten Hosen - Krach der Republik Tour

28.11.2012, Hamburg O2 World

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Keane - Strangeland Tour

KEANE - Strangeland Tour

15.10.2012, Offenbach Capitol

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Coldplay - MYLOXYLOTO Tour

Coldplay - MYLOXYLOTO Live

20.12.2011, Frankfurt Festhalle

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Roger Waters - The Wall

Roger Waters - The Wall

03.06.2011, Mannheim SAP Arena

Endlich - eine Viertelstunde nach 20 Uhr geht das Licht aus. Das Konzert galt als ausverkauft, man kann aber noch freie Plätze sehen, auch die Stühle neben uns bleiben leer.
"In the Flesh" - nach den leisen Trompetenklängen im spärlichen Licht - die erste E-Gitarre und die Bühne explodiert förmlich. Rote Feuerwerkskörper spritzen zu jedem Bass bis an die Decke und gleißend rotes Licht ergießt sich über die Bühne. Zwei Flakscheinwerfer suchen zunächst den Himmel ab, lassen alsdann ihre Lichtsäulen durch die Halle tanzen. Roger Waters erscheint auf der Bühne wie ein faschistische Diktator in langem Ledermantel. "So you thought you might like to go to the show..." Immer wieder steigen Raketen auf und zum Ende des Songs regnet es Feuer von der Decke. Wie ein Vorhang zieht der Feuerregen von links nach rechts und zurück bis beim letzten Basstakt die ganze Bühne erneut explodiert. Dann ist es wieder dunkel und man spürt jetzt erst, dass einem da so etwas Kaltes den Rücken runter läuft.

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"The Thin Ice" - auf eine mächtige, runde Leinwand in der Mitte der Bühne wird das Bild von Eric Fletcher Waters - seinem Vaters - projiziert. Ihm folgen Bilder von weiteren Kriegsopfern, vom 2. Weltkrieg bis 2011. Bei Another Brick in the Wall Part bleibt auch wieder Rot die dominierende Farbe. Dann ist es wieder dunkel und der harte Bassgeräusch Geräusch des umherfliegenden Hubschraubers aus "The Happiest Days of Our Lives" lässt die ganze Halle beben - wieder tastet der Scheinwerfer die Halle ab. Rechts auf der Bühne steht jetzt eine riesige Gummifiguren - der autoritäre Lehrer mit rot leuchtenden Augen und Schlagstock. Als das Stück in Another Brick in the Wall Part 2 übergeht kommen eine Handvoll Kids auf die Bühne und tanzen den Lehrer an die Wand - "We don't need no Education".

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Roger Waters fragt, wer schon vor 30 Jahren in Dortmund dabei gewesen war - und wer in Berlin, als die Mauer fiel. Und während er "Mother" singt, wird ein Schwarz-Weiß Video von 1981 eingespielt - beide singen perfekt synchron im Duett. Im Hintergrund wir die Mauer Stein um Stein langsam immer weiter aufgebaut....

Beklemmende Szenen folgen nun bei "Good bye Blue Skye". Weiße Tauben fliegen weg - "Look, Mummy. There's an airplane up in the sky" - schwarze Bomber folgen, fliegen bedrohlich heran und lassen symbolische Bomben fallen - Kreuze, Halbmonde, US-Dollars, Davidsterne, Konzernlogos. Gerald Scalfe, der Karikaturist, der seinerzeit das Cover von "The Wall" und die Trickfilme der Show zeichnete, ist wieder für die Optik verantwortlich. Seine Blumen kopulieren in "Empty Spaces", Waters steht von einem einzelnen Sport ausgeleuchtet und die Mauer wächst und wächst. Bei "Young Lust" und "One of My Turns" ist die Mauer fast komplett und nur durch drei Löcher kann man Waters und die Band noch sehen.

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Und wieder ist es eine riesige grüne Gummipuppe - eine Gottesanbeterin, die Männer frisst - die bei "Don't Leave Me Now" auf der Bühne tanzt. Bei "The Last Few Bricks" schließen sich die 3 letzten Löcher und nun fehlt nur noch ein einziger Stein. Die Bühne ist ganz dunkel und nur ein Spotlight scheint von hinten durch die einzig Lücke in der Mauer. In dieser erscheint Waters und singt "Goodbye Cruel World". Mit dem letzten Takt, mit "To make me change my mind, Goodbye" schließt sich die Mauer. 73 Meter breit und 11 Meter hoch ist sie geworden.

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Nach der Pause beginnt es mit "Hey You". Die Band und Waters spielen unsichtbar für die Zuschauer hinter der geschlossenen Mauer. Bei "Is There AnyBody Out there" öffnen sich wieder 2 Steine und man kann in blauem, fahlen Licht die Band spielen sehen. Jetzt klappt auf der linken Seite eine Wand auf und man sieht Waters im fahlen Licht einer Stehlampe im Hotelzimmer vor dem Fernseher sitzen - "Nobody Home". Genial.

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Bei "Vera" und "Bring the Boys back home" fliegen ergreifende Bilder und Videos über die Leinwand. Es geht langsam ans Gefühl und das ganze endet im nächsten Song - "Comfortably Numb". Waters steht allein vor der riesigen grauen Mauer, schaut hinauf und im Spotlight erscheint - nein, leider nicht David Gilmour ... Trotzdem gehen diese Gitarrenklänge tief ins Herz. Das war für mich der Moment, wo ich ganz tief Luft holen musste.

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"The Show Must go on" - die Band trägt rote Armbinden und Waters erscheint wieder im langen schwarzen Ledermantel mit roter Armbinde. Meterhohe Hammerfahnen und Säulen versetzen das Publikum in eine Szene wie auf einem Reichsparteitag in Nürnberg. Als die ersten Takte von "Run Like Hell" ertönen, springt das Publikum endlich auf.

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"Hammer, Hammer, Hammer.... Run, Run, Run, Run, Run, Run ..." und nun kommt auch das Pink Floyd Schwein angeflogen. Dieses Mal ist es knallrot und mit Parolen wie "Drink Kalashnikov Vodka" oder "Trust Us" beschriftet. Langsam schwebt es durch die ganze Halle.

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"Hammer, Hammer, Hammer,....Eins, zwei, drei, alle! Oooo, You cannot reach me now…" und rote Würmer ziehen sich durch die hohen Säulen - "Waiting for the Worms". Scalfe's Videoszenen und Comics werden immer ergreifender, ziehen die Zuschauer im Strudel mit - alles baut sich langsam zum Höhepunkt auf. Waters steht mit einem Megaphon auf der Bühne. "Waiting, to turn on the showers and fire the ovens".

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Die Videos werden skurriler und in absoluter, genialer Waters-Manier bäumt sich alles auf und bringt das Publikum auf - "tear down the wall, tear down the wall…".

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Die Farben verschwinden und alles wird wieder Rot. Kurze Bilder von Soldaten, Bombern und dann beginnen die ersten Steine zu fallen. In wenigen Sekunden ist die Mauer eingestürzt. Das war eigentlich das unspektakulärste an dieser Show. Die Bühne bleibt in rotes Licht getaucht und nun ist Schluss.

Die Band kommt langsam auf die Bühne und spielt noch unplugged "Outside The Wall". Dazu regnet es rote Papierschnipsel von der Decke. Die Band verlässt die Bühne und nach einem Thank You ist auch Roger Waters verschwunden. Trotz minutenlangen Klatschen bleibt er es auch - und dann geht das Licht wieder an. Das war es? Ja, das war es. Schade - es hätte ein besseres Ende verdient.

Trotzdem. Es war ein monumentales Spektakel aus Licht, Video, Klängen und Gefühlen - basierend auf einer Musik und einer Geschichte, die auch nach 30 Jahren nichts an Emotionalität und Intensität eingebüßt hat. Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Religion, Macht und Gefühlslosigkeit - sind immer noch Themen unserer Gesellschaft. Millionen von Menschen dieser Welt haben Dinge wie Pink erlebt und fühlen sich damit identifiziert. Nicht nur Roger Waters ist älter geworden - das Publikum war ausnahmslos zwischen 40 und 50 (bei Eintrittspreisen zwischen 250 und 80 Euro wohl auch verständlich).




DTH - Machmalauter Tour 2008

Die Toten Hosen - Machmalauter Tour 2008

21.11.2008, Mannheim SAP Arena

Kurz nach 21 UIhr wird es endlich dunkel in der ausverkauften SAP-Arena. Sofort setzt der Chor von 10000 Stimmen ein - unter «Hey ho, let's go hey ho» - werden links und rechts der Bühne die Totenkopf-Fahnen gehisst. Noch im schwarz-weißen Ringelshirt springt Campino auf die Bühne: «Wollt ihr das es endlich losgeht?» Und dann geht es los - in gelbes Licht getaucht startet das Auftaktkonzert der Machmalauter-Tour 2008 - natürlich mit «Strom». Ja, sie sind wieder da - wie neu geboren - voller Energie und dabei gehen die Jungs langsam auf die 50 zu.

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Und nun geht es Schlag auf Schlag ineinander über, sehr viele neue Songs des neuen Albums wechseln sich mit den Klassikern ab. Schon bald ist mit Bonny & Clyde ein allererster Höhepunkt erreicht, es geht aber immer weiter nach oben. Das Publikum trägt mit Gänsehautchören die gesamte Show - von «Alles aus Liebe» bis «Zehn kleine Jägermeister» am Ende.
Das erste Mal ruhiger wird es mit «Zu Besuch». Campino kniet auf der Bühne vor dem Publikum und die Menge im Innenraum tut es ihm nach und fällt auch auf die Knie. Die Schweißperlen laufen einem nun eiskalt den Rücken herunter.

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Beim ersten Konzert geht noch nicht alles rund, meint Campino. Wir probieren noch und machen Fehler. Ihr lacht über uns und wir lachen über Euch. So wird auch «Wünsch dir was» vom Publikum angesungen, erst später setzen die Hosen dann ein und spielen mit.

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In der ersten Zugabe spielen die Hosen Stücke des letzten Albums (Nur zu Besuch - Unplugged). Aber viel ruhiger wird es nicht. Dafür sorgen schon «Guns of Brixton» und «Pushed Again», wozu eine nicht kleine Menge des Innenraums sich voneinander entfernt um kurz darauf wieder aufeinander zu prallen...

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Mit der Trompete in der Hand bekennt sich Campino als erstbesten Volkmusiker, bevor Stefan Mross ihm seine Trompeter stahl (und dann noch seine Frau). Genau wie auf dem «Unplugged im Wiener Burgtheater» entwickelt sich aus sanftem Jazz - natürlich - «Bommerlunder». Gefolgt von einem Medley mit Songs aus den frühen Jahren verabschieden die Hosen sich dann wieder.

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Und kommen zum dritten Mal wieder. Man müsse ja erst morgen früh nach Chemnitz und heute gibt es einen Härtetest nach dem anderen. Auf der Videowand flimmert nun das legändere Spiel von 1978 - Fortuna Düsseldorf gegen FC Bayern. Sepp Maier sieht ganz schön alt im Tor aus - und während ein Tor nach dem anderen zum 7:1 fällt grölt das Publikum «Ich würde nie zum FC Bayern München gehen» mit. Mit "Schönen Gruß und auf Wiedersehn" und dem endgültigen «You Never Walk Alone» geht die Riesenparty um kurz vor halb 12 Uhr (!) zu Ende.

Und wie immer zum Schluss - soviel Stimmung bekommt man für 34,50 Euro (die Karte im Oberrang) nicht so schnell wieder.




COLDPLAY - Viva la Vida Tour 2008

COLDPLAY - Viva la Vida Tour 2008

02.09.2008, Mannheim SAP Arena

Unglaublich - das sind nicht nur die Worte von Chris Martin am Ende der Show. Nein, es ist keine Show - es ist eine riesengroße Party, die wir erleben. Aber der Reihe nach... 21:16 Uhr - nach dem Auftritt, einer für meinen Geschmack ziemlich uninteressanten Vorband (Albert Hammond jr.), geht endlich das Licht aus.

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Genauso wie die Musik mit «Life in Technicolor» langsam lauter wird, gehen die Spots hinter einem dünnen schwarzen Vorhang an. Coldplay steht mit dem Rücken zum Publikum und langsam dreht sich einer nach dem anderen um. Grelles Licht blitzt auf und der Vorhang schwebt nach oben - und mit ihm tausende Hände - und sofort steigt es hoch, das Kloß-im-Hals-Gefühl - es ist einfach unfassbar. Schon beim ersten Song «Violett Hill» wird kräftig mitgesungen und die Bühne ist in blutrotes Licht getaucht, grüne und gelbe Laserstrahlen streifen umher.

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Beim legendären «Clocks» sucht Chris Martin das erste mal den engen Kontakt zum Publikum. Auf dem, in den Innenraum hineinragenden Steg, ist er ganz nah - springt, zappelt und heizt das Publikum an. Und es ist ihm ein Leichtes. Nach «In My Place» folgt das neue «Cemeteries of London». Beim Refrain hat Coldplay natürlich wieder das gesamte Publikum hinter sich. Eine durchweg perfekte Lightshow flutet jetzt die Halle in gelbes Licht - Yellow. Auf der nun offenen Videoleinwand erscheint das Publikum im Innenraum. Das hat es auch verdient, denn Chris hält das Mikrofon zu "You know I love you so" ins Publikum - es läuft mir kalt den Rücken herunter.

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Mit dem sehr gefühlvoll beginnenden «42» geht es weiter. Chris sitzt in violettes Licht getaucht am Keyboard. Natürlich kommt auch der Klassiker «Speed of Sound». Beim «Chinese Sleep Chant» drehen sich große rote Papierbälle über der Bühne. Weniger gefallen hat mir die Version von «God Put a Smile On Your Face» Grandios dagegen wieder «The Hardest Part« - Chris Martin spielt es allein auf einem weiten Ausläufer der Bühne mitten im Publikum. Nur ein Spot zeigt auf ihn. Nach «Lost!» scheint mit «Viva La Vida» zunächst ein Höhepunkt erreicht. Man merkt eindeutig, dass es wohl der bekannteste Song aus dem neuen Album ist. Die Menge beginnt zu tanzen, streckt sich förmlich nach oben und man sieht nur noch Arme.

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Zum ersten Mal verabschiedet sich Coldplay und das Licht geht aus. Natürlich glaubt keiner daran, das Publikum ist so aufgeheizt und der Chorus tönt auch ohne Musik weiter. Während die Menge sich langsam wieder beruhigt rennen Coldplay von der Bühne zum anderen Ende der Arena um im Oberrang wieder aufzutauchen. Nur im Spotlicht stehen die Vier am Rang 211, sozusagen unplugged, nur mit Gitarre, Mandoline und Mundharmonika. The Scientist wird vom Publikum grandios getragen und Zeilen wie "Nobody said it was easy, oh, it's such a shame for us to part" überlassen sie uns ganz allein. Gänsehaut geht auch ganz ohne Klavier. Das folgende «Death Will Not Conquer» findet man auf keiner CD. Als einen besonderen Dank an ihre Fans hat Coldplay diesen Song beim Auftakt ihrer Tour veröffentlicht. Man kann ihn hier herunterladen.

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Die erste Zugabe beginnt mit Politik. Zu den sanften Klängen ist die Bühne ist in weiches, rotes Licht getaucht, blaue Spots mischen sich von oben. Grelles Licht blitzt zu den harten Anschlägen des Refrains auf. Ergreifend - hämmernde Anschläge des Klaviers, in blutrotes Licht getaucht und ein Chris Martin, der mit der Nase fast die Tasten berührt. «Lovers in Japan» - kurze Videosequenzen laufen auf der Leinwand und Coldplay scheint sich noch einmal zu steigern. Chris Martin läuft ins Publikum, reißt die Arme nach oben und plötzlich flattern tausende von Papierschmetterlingen von der Decke durch Halle. Die Menge tobt und es regnet immer mehr Schmetterlinge. Mit den fulminanten Klängen von «Death and All his Friends» verabschiedet sich Coldplay für diesen Abend. Was für ein wunderschönes Bild, alle Vier - Arm in Arm - sich tief vor dem Publikum verbeugend.

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Ubnd wieder einmal ist es dunkel. Doch damit gibt sich noch keiner zufrieden. Die Party geht weiter, auch wenn die Crew schon anfängt, die Mikros einzusammeln und die Boxen wegzufahren. Das Publikum feiert sich selber und immer wieder wird das "Viva-La-Vida Ouoouoouooouo" angestimmt - und es dauert ganze 5 Minuten, dann kommen sie zurück auf die Bühne. Und jetzt gipfelt der Abend in den wahren Höhepunkt - «Fix you». 13.000 Stimmen tönen "Lights will guide you home and ignites your bones ..." - Chris lehnt sich zurück und lässt die Menge singen - die Antwort von ihm ist der schönste Dank ans Publikum - "unglaublisch" - wer hier noch keine Gänshaut hat....

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Keine Ahnung, ob es Tränen oder Schweißperlen sind - es ist mein persönliches Highlight und zugleich das Ende eines unglaublichen Abends. Bis auf Strawberry Swing haben sie alle Songs des neuen Albums gespielt. Beflügelt von der Musik, durchgeschwitzt, mit rauher Stimme und weichen Knien machen wir uns auf den Weg zum Ausgang. Neben Keane war das eines der emotionalsten Konzerte.

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Achso, ganz zum Schluß noch: Von den 64 Euro (Inenraum) war es jeder einzelne Cent wert - Coldplay zu sehen, zu erleben. Es war wirklich "unglaublisch" ...




Katie Melua Picture Tour

Katie Melua - Picture Tour 2008

15.04.08 Düsseldorf, Phillipshalle

Dienstagabend, 20 Uhr. Das Licht in der Phillipshalle geht aus und eine kleine Person betritt die Bühne - Andrea McEvans. Mit ihr zwei Musiker aus Katies Band, Tim Harries und Luis Jardim (ein portugiesischer Seebär), der einen kleinen Zettel hervorkramt und "Guten Abend Düsseldorf, wie gehts" liest. Andrea kommt aus Australien, begleitet die Pictures Tour und steht das erste Mal vor so großem Publikum auf der Bühne. Sie schlägt sich bravourös und stimmt den Abend perfekt auf Katie Melua ein.

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Nach einer halben Stunde Umbaupause ist es dann soweit. Das Licht geht wieder aus und da ist sie - ganz allein im Spotlicht kommt sie auf die Bühne. Fast schüchtern, wie ein kleines Mädchen, nimmt sie ihre Gitarre und spielt - unplugged - und aus dem kleinen Mädchen kommt eine Stimme - gewaltig, groß und glasklar. Sie ist da!
Mit «Piece by Piece» beginnt dieser emotionale Abend, «Dirty Dice« und »I Think It's Going to Rain Today» - ohne Band - die bräuchte sie auch gar nicht - ihre Stimme allein trägt alles. Nach «I Do Believe in Love» am Klavier geht das Licht hinter dem Vorhang an. Tolles Bild - dunkle Silhouetten - im gelben Licht, «My Aphrodisiac Is You» und «Crawling Up a Hill», dazu perfektes Licht, schöne Effekte - und diese unvergleichbare saubere Stimme.

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Zwischen den Songs erklärt sie viel, so die Verbundenheit zu Charlie Chaplin und «Mary Pickford», so der nächste Song, perfekt untermalt mit alten Stummfilmsequenzen. Es geht quer durch ihre drei Alben. Ganz in tiefes Dunkelblau gehüllt, steigen die Sterne auf - «Thankyou, Stars». Sie erzählt von ihrer Jugend, wie sie angefangen hat zu schreiben und von einer ganz neuen Erfahrung, die sie mit ihrem Co-Writer Andrea McEvan gemacht hat und natürlich singt sie es dann «What I Miss About You» - wunderschön und voller Gefühl.

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Jetzt kommen die großen Stücke «Spider's Web» und «If the Lights Go Out». Und dann redet sie von ihrer Liebe zu alten Horrofilmen und der Inspiration dafür für den nächsten Song, das bluesig-rockige «Scary Films». Immer wieder wechselt sie die Gitarren und bei «Spellbound» hüpft sie glücklich wie ein Kind über die Bühne - ohne Choreografie.

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Und dieses Glück ist wirklich echt, man spürt die Freude, diese Austrahlung, es ist ehrlich. Beim «Mockingbird Song» zeigen noch einmal alle ihr Können, Soloeinlagen und immer wieder dieses perfekte Klavier - das ist ein Sound. Doch Katies Musik ist viel mehr - sie ist eine Mischung aus Jazz, Folk, Blues, Pop und Rock. Und eines ist immer dabei - viel Gefühl.

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Noch einmal geht es tief ins Herz, an die Gefühle The Closest Thing to Crazy. Mit Nine Million Bicycles verabschiedet sie sich. Spätestens jetzt bleibt fast keiner mehr sitzen und mit Standing Ovations lässt sich Katie einige Minuten lang feiern, bis sie wieder auf die Bühne zurück kommt. Mit «On the Road Again» wird es nun noch einmal etwas rockiger.

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Für mich ein Highlight des Abends ist Kozmic Blues (ein Cover von Janis Joplin). Man spürt die Hingabe, die Leidenschaft, es knistert und Katie scheint sich zu richtig verausgaben. Mhhh, das ist Gänsehautfeeling pur. Und dann kommt es doch noch - endlich - «I Cried for You» - ganz allein und nur mit Gitarre - zelebriert sie starkes Gefühl.

66 Euro für das Ticket, viel Geld aber überhaupt keine Reue. Es sind zwei Jahre vergangen, als wir Katie in Nürnberg zum letzten Mal gesehen haben - zwei Jahre, die man spürt, sie ist noch perfekter geworden, reifer und noch schöner...




Athlete Athlete at The Village

ATHLETE

09.02.08, Dublin, The Village

Mein ganz persönliches Geburtstagsgeschenk. ATHLETE live in einem kleinen Club im Dubliner Viertel Temple Bar, unfassbar, wir haben es geschafft und stehen vor der Bühne. Als Vorband spielen KOWALSKI - 4 Jungs aus Belfast. Besser kann es eigentlich nicht passen, denn die Musik liegt genau auf der Athlete Linie. Nach einer Dreiviertelstunde Umbau - gegen 9:15pm ist es endlich dann soweit - ATHLETE betritt die kleine Bühne. Der ganze Raum fängt an zu beben - «Tokyo» ist der Opener.

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Indierock vom Allerfeinsten und ich kann es immer noch nicht richtig glauben, ich bin hier. Vielleicht 300 Leute singen «Half Light» auch ganz alleine - «Westside», «Tourist», «Best Not To Think About It» - irgendwie finden sich die passenden Bilder im Kopf wieder, die Bässe hämmern, schlagen gegen den Körper und treiben das Herz an.

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Und da sind sie dann, die Songs, die weh tun - «Yesterday Threw Everything» und «Wires». Und bei «The Outsider» wird es dunkel auf der Bühne. Joel Pott spielt im winzigen Spot und die einzelnen Klänge peitschen sich unter die Haut, bohren sich in den Kopf, vibrieren und die eigene Stimme mischt sich unter den Chor ein.

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Und dann endlich «24 Hours», man kann auch mit zugeschnürter Kehle singen: Closing in, We've still got twenty four hours - it's not over... Nein, obwohl es das letzte Stück für den Abend sein sollte und Pott und Willets beim fulminanten Ende des Stückes ihre Gitarren fast zerreiben - es geht weiter.

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Es ist anders als hier - die Band geht gar nicht erst von der Bühne, sie müssen sich nicht feiern lassen. Jeder Song ist eine Feier an sich. Und so werden sie getragen - von all den Stimmen bei «Second Hand Store» und «Shake Those Windows». Wie sagte Joel treffend: Mein Gott, an einem Samstag in Dublin....

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Wie lange hab ich darauf gewartet - all die Bilder, Szenen, Gefühle des letzten Jahres - da ist es und es geht tief, sehr tief - «Flying over bus stops» - und wir fliegen mit. Das war ein Erlebnis, das waren 2 ½ Stunden Gefühle, Gedanken, Träume, Bilder - das waren 2 ½ Stunden Realität.

Ach so, wie immer noch zum Abschluss. Das Ticket kam 25 Euro, der ryanair Flug von/nach Frankfurt-Hahn nach Dublin jeweils 1 Cent...




Travis Tour 2007

Travis Tour 2007

22.10.2007, Mannheim, Capitol

Anfang September kommt der Ticketalarm (von getgo) und 40 Tage später stehen wir vor TRAVIS - unglaublich.
Die Vorband The Taste, ein Pärchen aus München, stimmt ein.

21 Uhr - das Licht geht aus. Drei Männer der Crew stehen auf der eingenebelten Bühne und schalten ihre Taschenlampen ein. Zur 20th Century Fox Fanfare schwenken die Lichtkegel im Raum umher und konzentrieren sich dann endlich auf die Eingangstür. Die geht auf - und - Travis betritt den Saal - schwer zu schätzen, vielleicht 500 Mann, bilden Spalier für die 4 Schotten. Zum Anfassen nah, händeschüttelnd, laufen sie durch das Publikum hindurch zur Bühne hinauf. Sie sind da! Und dieses Gefühl bleibt den ganzen Abend - enger Kontakt, und jede Menge Spaß. Und es geht sofort los - «Selfish Jean» aus dem neuesten Album als Opener stimmt hervorragend ein. Danach «Eyes Wide Open» und so geht es Stück am Stück durch alle Alben von Travis.

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Die gute Laune überträgt sich sofort auf das Publikum und es wird kräftig mitgesungen - «wie sie diesen Akzent lieben...«, bedankt sich Fran Healy in feinstem schottischen Akzent. Zudem erzählt er uns später, dass seine Frau eine Deutsche ist [Nora Kryst] und dass sein Sohn einen deutschen Pass hat. [... und im Frühjahr 2008 ziehen sie von New York nach Berlin um :-)]
Sie schonen sich wirklich nicht und springen auf der Bühne umher, tanzen und liefern sich Gitarrenduelle und lehnen sich aneinander («Closer» - Lean on me now...)

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Es ist eine perfekte Mischung und eine Zeitreise vom Debütalbum «Good Feeling» über «12 Memories», «The Man Who», «The Invisible Band» bis hin zum letzten «The Boy With No Name» - nur wenige Sekunden Pause beim ständigen Gitarrenwechsel bleiben den Jungs. Denen das aber überhaupt nichts ausmacht, im Gegenteil - man spürt den Spaß, die Band wirkt entspannt und glücklich. Obwohl wir bei Andy Dunlop das Gefühl hatten, dass er etwas zu sehr glücklich war... Bei «All I Want To Do Is Rock» klettert er sogar waghalsig auf den Boxenturm, stellt sich aufrecht, schlägt die Gitarre an und lässt sie in der Luft einhändig verhallen - göttlich.

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Nach etwas über eine Stunde verschwinden die Vier ganz kurz hinter der Bühne. Fran und Dougie kommen aber bald wieder und bringen unplugged Britney Spears «Hit Me Baby One More Time« zum Vortag (... so etwas machen sie immer in der Silvesternacht). In der Zugabe dann die wirklich großen Mitsinger «Flowers in the Window», wobei sich alle 4 und Klaus (er kommt aus Schweden und spielt die Keyboards) in den Armen lagen und auf einer Gitarre gleichzeitig spielten - und zum glänzenden Abschluss «Why does it always rain on me?».

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Das war auf jeden Fall ein toller Abend, der neben Gänsehaut auch wirklich Spaß gemacht hat. 34,10 € für den Stehplatz war ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis!




Norah Jones Tour 2007

Norah Jones and the Handsome Band Tour 2007

20.08.2007, Düsseldorf, PhilipsHalle

Pünktlich um 20 Uhr gehen die Lichter in der Düsseldorfer Philipshalle aus und 2 Personen huschen im Dunkeln auf die Bühne - M. (Matt) Ward und Norah Jones. Ward, seineszeichens Songwriter und Gitarrist aus der Richtung Alternative Country. Man merkt es kaum, aber wir sind im Vorprogramm. Norah J. in Jeans, wirkt schüchtern, ja fast wie ein kleines Mädchen. Zusammen singen sie ein paar Songs, dann verschwindet Norah hinter der Bühne und M. Ward zaubert etwa zwanzig weitere Minuten erstaunliche zwei-, dreistimmige Rhythmen aus einer Gitarre.

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Nach einem kurzem Umbau beginnt das Konzert (20:45 Uhr). Norah Jones kommt nun im leichten Sommerkleid mit ihrer "alten" Band auf die Bühne, E-Gitarre in der Hand und legt gleich mit «Come Away With Me» die Richtung des Abends vor. Statt der sonst gewohnten sanften Pianoklänge greift Norah in die Saiten. Ohnehin zeigt sie den ganzen Abend diese Vielfältigkeit, die Instrumente werden ständig gewechselt - aber eines ist konstant - diese Wahnsinns-Stimme.

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Butterweich, klar und ohne Makel, mal hauchzart mal rauchig kräftig. Welche unbändige Kraft liegt in dieser Stimme, die ihre Stärke nicht in den lauten Tönen zeigen muss, sondern in den leisen zeigt. Das Programm geht durch alle drei Alben, eine perfekte Mischung von Bar-Jazz, Blues, Country und Folk. Das Bühnenbild besteht aus Licht (und sechs Sternen, die an der Decke hängen) - aber nur so konzentriert sich alles auf die Band, auf Norah. Nichts lenkt ab, nur die Musik, nur die Stimme, nur die Gefühle zählen. Und die bringt sie rüber, hautnah und darunter.

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«Das Wichtigste ist, dass die Menschen mit meiner Musik und durch sie spüren, was in meinem Herzen vorgeht. Sie entsteht zuerst in meinem Kopf, kommt aber in erster Linie aus meinem Herzen.» Deshalb ist es auch keine Show - es ist ein Bündnis mit den Sinnen, einfach, bescheiden, aber wer offen dafür ist - sehr tief. Und man spürt es auch, für mich z.B. mit den Worten «our special guest - M. Ward» - er ist kein «Vorprogramm», er ist ein Teil der Musikergemeinschaft, er gehört zum Abend dazu. Das findet man bei Anderen sehr selten.

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Es ist diese Art «Augen-zu-und-träumen-Musik» und da spielt es keine große Rolle, ob sie vor 400 oder 4000 Leuten spielt. Wer je einmal mit dem mp3player im Ohr, mit «Shoot the Moon» durch den Regen gelaufen ist und nicht mehr weiß, ob es der Regen oder Tränen sind, die übers Gesicht laufen, der weiß, wovon ich rede.

Dieser Stimme kann man getrost folgen, diesem Gefühl kann man vertrauen. Einer anderen großen Stimme vertraut Norah den letzten Song des Abends (nach etwa 90 Minuten - und zwei Zugaben) an - Tom Waits: «The Long Way Home». Und diesen treten wir dieses mal völlig entspannt, ganz ruhig und in kleinen Schritten an. Da stört auch der leichte Regen nicht mehr....

Ach so, die Karte kostete 66,70€ - ist teuer, aber es musste sein!



Genesis Tour 2007

GENESIS - Turn it on again Tour 2007

05.07.2007, Frankfurt/M., Commerzbankarena

Eins vorweg - das war nicht Genesis. Nicht wie man sie vielleicht von früher kannte - das war allenthalben eine Phil Collins Show. Ich erinnere mich an die Sätze "Wir machen das nicht, weil wir Geld brauchen... Wir machen das, weil wir uns gut verstehen und Spaß daran haben..." - Es ist so schade, dass von diesem Spaß nicht viel zu spüren war.

Aus dem angekündigten 19-Uhr-Beginn wurde 20:20Uhr. Die Commerzbankarena war gut gefüllt - 42.000 (aber nicht ausverkauft) Menschen unseren Alters aufwärts füllten den Innenraum und die Ränge um die gewaltige 27m hoch und 62m breite Bühne. Wenige Minuten nach Beginn setzte auf unserer Seite (Gegentribüne) eine gewaltige Massenbewegung ein. Der Grund war, dass man vergessen hatte, die Lautsprecher auf die oberen Ränge einzuschalten (nach 30 Minuten beseitigten Techniker das Problem). Aber der Sound blieb miserabel. Zwar kamen die Bässe, aber die Höhen fehlten, der Hall von der rechten Seite machte aus der Musik einen Brei. Schade - so ging unheimlich viel verloren.

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Die erste Stunde kam uns sehr lieblos vor. Mike Rutherford verzog kaum eine Mine - Tony Banks sowieso nicht. Durch die Aneinanderreihung der Titel ohne Pause entstand eine merkwürdige Atmosphäre im Stadion. Ohne große Regung liesen sich 42000 Menschen berieseln, selbst der sonst einigermaßen aktive Innenraum blieb unbewegt und stumm. So ganz langsam begann nach "Hold On My Heart" und "Home by the Sea" die Stimmung zu kippen. Die Lichtshow wird perfekter, bunter und Phil Collins versucht sich immer wieder auf Deutsch mit seinen vielen geschriebenen Zetteln. Nun wird mit "Mama" endlich auch der Innenraum wieder aktiver und die Stimmung steigt.

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Ok, ich bekenne mich mehr zu den sanfteren und balladenhaften Stücken, bin aber vom Drum Duett (Chester Thompson und Phil Collins) ergriffen, dass in "Los Endos" übergeht. Mit "Invisible Touch" scheint sich Genesis noch einmal kurz aufzubäumen, was auch vom Publikum honoriert wird. Spätestens jetzt sitzt fast keiner mehr - aber es ist zu spät. Warum heizt man das Publikum nicht am Anfang damit ein? Die geforderte Zugabe wird gewährt. Und da ist es - das "I Can't Dance" - jetzt endlich kommt Genesis ..... und verabschiedet sich mit "Carpet Crawlers". Zeit für etwas Gefühl, kleine Tränchen und Umarmungen - zahlreiche Sternchenfeuer verzaubern die Arena - aber das "fantastiiiiisch" und "Ich liebe Dich" (sicher war "EUCH" gemeint) von Phil Collins nehmen sicher nur Wenige wirklich ernst.

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Mein persönliches Fazit - der Funke ist nicht übergesprungen. Es waren wirklich sehr schöne, bewegende und ergreifende Momente - die aber von lieblosen und langweiligen Szenen umschlossen waren. Wir haben noch das Konzert von Phil Collins vor 10 Jahren in der Festhalle im Kopf - das waren ganz andere Zeiten. Warum also macht man heute - nach so vielen Jahren - noch einmal so ein Experiment? "Wir machen das nicht, weil wir Geld brauchen... Wir machen das, weil wir uns gut verstehen und Spaß daran haben..." Mhhhh, wir haben diesen Spaß nicht wirklich gespürt. Also doch lieber CD rein, Augen zu und träumen - in wesentlich besserer Soundqualität. Die 67,90€ für eine Karte würde ich nicht wieder ausgeben.




Roger Waters World Tour 2007 - The Dark Side of The Moon

16.04.2007, Köln, Köln-Arena

Als wir in die Halle kamen standen wir in einem dünnen Nebel, zwei Türen in den oberen Rängen standen auf, so dass die Sonne in einem dicken Strahl (wie ein Spot) auf das Publikum schien. Das Bühnenbild entpuppte sich als riesige Leinwand und war so realistisch, dass man zweimal hinsehen musste. Da stand ein altes Radio aus den 50er Jahren, darauf ein britisches Flugzeugmodell aus dem Krieg, links eine Flasche Whisky (Johnny Walker - mit dem Label nach hinten), ein halbgefülltes Glas, eine kleine Medizinflasche und ein voller Aschenbecher. Gegen 20:15 begann plötzlich Rauch aus dem Aschenbecher aufzusteigen. Eine Hand griff nach dem Whiskyglas und Rauch wurde ins Bild geblasen. Dann griff die Hand zum Abstimmknopf am Radio und stellte einen Sender ein, der ziemliche (unpassende) Rock’n’roll Musik der 50er spielte. Als das Lied zu Ende war, griff die Hand wieder zum Radio und stellte einen neuen Sender ein. Plötzlich ging das Licht aus und Roger Waters betrat die Bühne. Im Spotlicht hob er die Arme und fing an zu spielen. Alles fügte sich natürlich perfekt in den Film ein. Ohnehin war die ganze Show ein Film, eine Geschichte. So kennt man Roger Waters – den großen Geschichtenerzähler.

Es kamen nun einige große Stücke aus "The Wall" und "Wish you were here". Und hier setzte es zum ersten Mal ein, dieses Gefühl, der Hals schnürt sich zu, der Hals wird trocken und die Augen feucht. Wahnsinn, auch wenn das Gefühl von der CD noch intensiver ist – dieser Mensch ist in der Lage mit seiner Musik die Leute zu verzaubern. Natürlich nur, wenn man dafür offen ist – und das Publikum schien es zu sein. Übrigens lag der Altersschnitt bei 40 bis 50 Jahren ...
Der typische Pink Floyd Sound – die typische Gitarre – wenn auch nicht die von David Gilmour – aber immerhin. Die Story war perfekt. Schon nach dem ersten Song regnete es Funken von der Decke, ein echtes Feuerwerk auf der Bühne. Die grandiosen Saxophonsoli und die Stimmen der Sängerinnen gingen echt unter die Haut. "Shine on Your Crazy Diamonds" wurde zelebriert und bei "Have A Cigar" liefen atemberaubende Bilder über die Leinwand. Immer wieder perfekt eingebettet in einen Film.

Ein Schwenk durch die echte Pink Floyd Zeit mit einem Video (alle 5 (!) an einem Strand mit aufgesetzten Masken, Vogelscheuchen und Kornfelder erinnern an "The Piper at the Gates of Dawn") lies ein wenig Wehmut an die Gemeinsamkeit der Band aufkommen.
Dann ging es weiter über "The Final Cut" zu "Amused to Death" – ja, meinem Lieblingsalbum. "Perfect Sense" – ja, perfekt und zum Heulen, plötzlich schwebte ein Astronaut in seinem Raumanzug durch die Halle. Das war ein kleiner Minizeppelin, der bis zur Bühne vor schwebte. Ein Stadion, ohne Spielfeld – anstatt ein riesiges Bassin mit zwei U-Booten, die sich gegenseitig vernichten. Das grandiose Spektakel endet mit einem riesigen echten Feuerball auf der Bühne.

Dann folgen ältere Stücke, aus "Ummagumma" und bei "Animals" – wie könnte es anders sein – fliegt ein überdimensionales rosa Schwein durch die Halle. Das nächste Stück kannte ich noch nicht - "Leaving Beirut". 1959 - als 17jähriger ist Waters mit dem Auto nach Beirut gefahren und nach einer Autopanne zurückgetrampt. Diese Story wurde in einem Comic erzählt und die Texte standen entsprechend in den Sprechblasen. Über die Gastfreundschaft einer Beiruter Familie, die ihr Bett räumen und ihr letztes Essen geben – perfekt natürlich mit der Musik – auch hier immer wieder die Kritik an der Gesellschaft, an der Politik - und vor allem an uns selbst "...is gentleness too much for us?".

Dann gab es eine "funfzeen minutes" Pause. Während der Pause sah man dann schon den Mond auf der Leinwand aufgehen, langsam wachsend wurde er immer heller.
Nach 15 Minuten, die Hälfte der Leute war noch draußen, ging plötzlich ohne Vorankündigung das Licht aus und die wummernden Bässe von "Speak To Me" kitzelten in der Brust. Wirklich – normalerweise gehen die tiefen Bässe in den Bauch – hier schlugen sie an die Brust. Und jetzt gab es das ganze "The Dark Side On the Moon". Wie auf der LP wieder eine einzige Geschichte. Breathe, On the Run, Time – im perfekten Surround Sound. Wie die das nur machen... Die geniale Stimme der Sängerin bei "The Great Gig in the Sky" – es gab 3 mal Zwischenapplaus – dann die restlichen Titel des Albums bis das ganze dann wieder fulminant im letzten Titel "The Dark Side of The Moon" endet. Laserstrahlen tasten das Publikum ab und bilden eine Glocke, eine Hülle und schließlich erstrahlt das berühmte Prisma – über dem Publikum hängt es wie ein Damoklesschwert – und wieder explodieren Feuerbälle, gewaltige Gasblasen lassen die Bühne glühen. Gleißend geht das Konzert zu Ende und die Musiker gehen von der Bühne.

Spätestens jetzt hat keiner mehr gesessen und nach lang anhaltendem Applaus präsentiert Waters die Zugabe. Zuvor stellt er noch die Musiker vor – dann folgen noch etliche Stücke aus "The Wall" – wieder perfekt mit Licht und Film inszeniert. Das Abschlussstück – fast schon erwartet ist "Another Brick in The Wall" – mit Szenen der Berliner Mauer, Mauern in Palästina und ans Herz gehenden Bilder. Und dann fällt der "Vorhang" aus sprühenden Fontänen, Funken spritzen wie Wasser in einem Springbrunnen. Das war’s.

Es dauert noch eine Weile bis man die Eindrücke verarbeitet. Aber dann sprudelt es heraus. Ein Wahnsinns–Erlebnis. Wenn auch nicht gerade billig (fast 80 Euro) aber jeder Cent davon ist es wert gewesen. Das war Roger Waters, das war aber nicht Pink Floyd. Auch die besten Gastmusiker können einen David Gilmour nicht ersetzen, keine Gitarre klingt so wie diese. Leider konnte ich dieses Mal keine Bilder machen, die Kamera musste ich am Eingang abgeben... Aber solche Bilder vergisst man nicht, die prägen sich eh' ein und leben in einem weiter.

Am nächsten Morgen, auf der Heimfahrt haben wir dann die beiden Pulse CD im Auto gehört. Naja, es ist noch eine kleine Dimension besser (weil noch Pink Floyd), vor allem die Stimme des mittlerweile schon 64jährigen Waters klingt weicher – liegen ja aber auch 12-13 Jahre dazwischen. Es war auf jeden Fall aber ein riesiges Erlebnis und so leicht sicher nicht zu toppen. Ist ja auch eine ganz andere Liga - das war wieder ein Stück Musikgeschichte, das waren Gefühle, das ist Musik, die unter die Haut geht.



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Keane Europe Tour 2006 - Under The Iron Sea

16.11.2006, Offenbach, Stadthalle

Das Konzert war einfach toll. Wir haben etwa 3 Meter vor der Bühne gestanden und die Stimmung war absolut klasse. Ohnehin ist die Stadthalle in Offenbach Halle nicht sehr groß - die Bühne aber sehr breit.
Schon die Vorband heizte ziemlich ein - "The Long Winters" aus Seattle. Der Sänger, ein Holzfällertyp aus Alaska stimmte die Massen ganz gut auf Keane ein. Die Musik war zwar rockiger und klang mehr nach Folk, passte aber ganz gut. Ein Stück haben sie sogar zusammen mit Tim Rice-Oxley (Keyboarder von Keane ) zusammen gespielt. Nach einer dreiviertel Stunde ging dann wieder da Licht zum Umbau an. Diese Pause war ziemlich lang. Nach einer halben Stunde - also 21 Uhr war es dann endlich soweit.

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Als die Stimme von Tom Chaplin erklang lief es mir kalt den Rücken herunter. Noch nie hab ich mich innerhalb eines Jahres so mit einer Musik auseinandergesetzt. Wenn ich überlege, vor einem Jahr kannte ich noch nichts von Keane und jetzt, stand ich da und sang mit und war weg. Diese Tiefe, diese Emotion die mich mit dieser Musik verbindet, da sind Gefühle, Gedanken und tausend Erinnerungen, die mich seit einem Jahr gewandelt haben. Immer wieder war es Keane, in tausend Situationen, Musik im Hintergrund, im Vordergrund. Musik, die mich durch das ganze letzte Jahr begleitet hat, die mein Anker war - Keane und Coldplay - wie kann man Gefühle besser als in dieser Musik ausleben. Nach 10 Minuten war Tom Chaplin schon klatschnass geschwitzt. Und ich war es auch. Grandios auch Tim Rice-Oxley, der mit seinem Körper spielt, der solche Bewegungen und Verdrehungen macht und völlig abgetaucht hinter seinem Keyboard steht. Wie eine Gelenkpuppe produziert er den Sound, dagegen ist er doch so schüchtern (oder nicht?). Unauffällig dagegen der Drummer Richard Hughes. Er steht nicht im Rampenlicht und ist doch das A&O für die Band. Es ist wahrscheinlich immer das Los der Drummer, die hinter ihrem Instrument abtauchen.

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Tom flitze von einem Ende der der Bühne zum anderen, übergab immer wieder den Massen die Stimme und feuerte an. Das Publikum war aber genauso klasse, immer wieder gingen Klatschsalven in Trampeln über, so dass Tom oft nicht weiter reden konnte und immer wieder anfing zu lachen. Schließlich bescheinigte er dem Publikum das Beste der ganzen Tour gewesen zu sein. Keine Ahnung, ob er das jeden Abend erzählte...

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Es war das Abschlusskonzert der Europatour. Nach 6 Konzerten (zwei davon in Deutschland) sind sie wieder heim gefahren. Und so kam es mir vor, als haben sie selbst diesen Abend als Abschlussfeier betrachtet. Die Songs sind lauter und schneller als im Studio, aber sie wirken dadurch auch tiefer. Das Gänsehautgefühl, wenn die Massen "Bedshaped" singen, wie es einem die Kehle zuschnürt? "Something only we know" - mhhhh, da kribbelt es mir jetzt noch im ganzen Körper. Ohne Pause, nach zweieinhalb Stunden, klatschnass geschwitzt verabschiedete sich dann Keane - und wir auch, klatschnass und überglücklich.




Ludwig Hirsch Deutschland Tour 2006 - In Ewigkeit Damen

20.11.2006, Nürnberg, Meistersingerhalle

Naja, Ludwig Hirsch muss man nicht unbedingt kennen und die Zielgruppe liegt sicherlich auch etwas anders als bei Keane. Sowieso...
Aber es ist so, dass uns Ludwig Hirsch eigentlich schon durch unser ganzes Leben begleitet hat. Ich weiß noch genau, wie ich diese Musik damals zum ersten Mal hörte. Das ging ziemlich tief rein. Als ich mit 17 über die damalige CSSR, von Ungarn aus durch Rumänien nach Bulgarien getrampt bin, sind wir mit einem österreichischen Trucker gefahren, fast durch ganz Rumänien durch. Das war meine erste Begegnung mit der Musik von Ludwig Hirsch und Georg Danzer. Das waren noch die Zeiten, wo wir Hannes Wader und Hermann van Veen und Angelo Branduardi gehört haben. Und da passte die Musik von Danzer und Co genau dazu...


Hirsch, geboren in der Steiermark - hat schon mit seiner ersten LP 1978 "Dunkelgraue Lieder" sein spezielles Publikum an sich gebunden. Inzwischen sind 14 LPs und CDs erschienen, deren letzte "In Ewigkeit Damen" eine Art Verbeugung vor der Damenwelt darstellt. Und das merkte man. Fast jeder Song des Abends drehte sich irgendwie um eine Dame, um das Weibliche - egal ob um die Großmama, die Tante Dorothee, Elisabeth, Adelheid, Desiree oder Claudia. Ludwig Hirsch ist und bleibt ein phantastischer, ja begnadeter Geschichtenerfinder und Erzähler.

Wir waren schon vor 2 Jahren in München/Neuperlach zu einem Konzert gewesen. Und nun stand da ein inzwischen auch gealterter Mann auf der Bühne. Aber immer noch die gleiche einzigartige Stimme, genau diese Art und Weise, ein Gefühl, Geschichten zu erzählen, die tief im Herz landen. Wunderbar. Es sind ohnehin die dunkelgrauen, die bösen Lieder, die ich mag. Da muss man zuhören, das geht durch den Kopf direkt ins Herz. Die traurigen, bittersüßen Lieder mit dem typischen Wiener Dialekt. Herrlich.

Nach der Show, nein Show kann man es ja nicht nennen, nach dem Konzert sind wir einfach noch geblieben und kurz bevor man uns rausschmeißen wollte, kam er noch einmal auf die Bühne zurück (in Jeans und Rollkragenpullover, mit Brille - eben ein Mensch wie Du und Ich) und gab Autogramme...




James Blunt Europe Tour 2006

12.07.2006, Mannheim, SAP Arena

Die Vorband spielte fast 45 Minuten eine grässliche 80er-Jahre-Elektro-Musik. Das war keine gute Einstimmung auf James Blunt... Dann wurde wieder 30 Minuten umgebaut und dann endlich - 21 Uhr kam ER. In Jeans und rotem T-Shirt stand er auf der Bühne - fast schüchtern - so als wäre er gerade mal vorbeigekommen. Fast alle Songs der "Back To Bedlam" spielte er. Im Hintergrund immer wieder Projektionen des gekrönten Affen. Einen neuen Titel "Can't Live Without Music" hat er ja doch noch gebracht - um 22 Uhr war aber erst einmal Schluss. Die Zugabe hat noch einmal 15 Minuten gedauert, dann war wirklich Schluss. Das fand ich etwas enttäuschend. Naja, was soll er auch noch spielen...
Wir haben dann noch ewig im Parkhaus gestanden, weil es nicht vor und zurück ging. Da haben wir kurzerhand die Türen aufgemacht, James Blunt CD rein und volle Pulle aufgedreht. Sozusagen After-Show-Party im Parkhaus. War ziemlich lustig.


Verreißen muss man das Konzert allerdings nicht. Die Musik ist toll, da gibt es keine Frage. Sicher ist James Blunt kein Entertainer wie vielleicht Robbie W. - das weiß man aber schon vorher. Ich denke, dazu ist er viel zu schüchtern und noch nicht lang genug im Geschäft. Genau das ist ja wohl auch ein Grund, weshalb das Konzert nur 1 Stunde ging. Er hat eben nicht mehr Songs in seinem Repertoire....
Auf jeden Fall hat das Konzert gefallen - es war kurz, aber gut. Eine glamouröse Show darf man nicht erwarten. Dazu sind auch die meisten Songs, die Inhalte viel zu tief und von Traurigkeit geprägt. Es ist eben mehr etwas für die Seele.... So.




Katie Melua Piece By Piece Tour 2006

07.03.2006, Nürnberg, Meistersingerhalle

Hallo, ich bin Max Mutzke. So kam der Sieger des Raab’schen Musikwettbewerbes auf die Bühne und kündigte das Vorprogramm an. Und er überzeugte mit einer etwa 30 minütigem Mischung aus gefühlvoller, handgemachter Soulmusik. Und es war eine perfekte Einstimmung auf Katie - auch wenn es nun etwas leiser und zärtlicher wurde.

Nach dem Umbau der Bühne stand sie da - in Lederjacke, Bluse und Jeans. Und auch die Verbindung war sofort da - zur Musik, zum Publikum. Sie singt aus dem Herzen und genau da landete ihre Musik auch wieder. Es ist die Musik zum Träumen, zum Ankuscheln und Abtauchen. Dazu erzählt sie vor jedem Song eine kleine Geschichte.

Oft und gerne wird der Vergleich herangezogen - Katie Melua ist die neue Norah Jones. Nein, ist sie nicht. Zwar sind beide Frauen jung und hübsch, haben lange schwarze Haare und Kulleraugen - zwar geht die Musik genauso unter die Haut - aber trotzdem in eine andere Richtung. Während Norah mehr jazzige Balladen erzählt, klingt bei Katie der Blues/Folk heraus. Norah ist schon länger im Geschäft als Katie - dabei ist es noch nicht einmal zwei Jahre her seit sie mit ihrem Album "Call Off The Search" nicht nur die englische Musikwelt auf den Kopf stellte.

Melancholische Balladen wie "Spiders Web" und vor allem mein Lieblingssong "The Closest Thing To Crazy" produzieren Gänsehaut am Stück. Die zumeist nur spärlich mit Streichern, Bläsern oder Piano instrumentierten Stücke begleitet sie selbst mit ihrer Gitarre, die sie ständig wechselt.

Dann verabschieden sich Katie und ihre fünf brillianten Musiker von der Bühne. Den lang anhaltenden Applaus nutzt sie für eine kurze Verschnaufpause bevor es in die erste Zugabe geht. Bei "Mockingbird Song" bindet sie das Publikum in perfekter Art und Weise ein. Die zweite und letzte Zugabe bringt sie wieder - die Gänsehaut - ganz allein mit ihrer Gitarre auf einem Hocker - Spotlight - und "Faraway Voice". Mhhhhhh... 44,05€ für so viel Gefühl - das ist völlig ok.




Queen & Paul Rodgers 2005

06.07.2005, Köln, Rhein-Ruhr-Energie-Stadion

Es hatte den ganzen Nachmittag schon immer mal geregnet und nun kam aber sogar ab und zu mal die Sonne raus. Eine Stunde vor Beginn waren wir schon im Stadion. Wir haben auf der Haupttribüne ganz oben gesessen (neben der VIP Zone) und so über das gesamte Stadion blicken können - also super Plätze. Der Innenraum war dann zu Beginn zu 2/3 gefüllt, die Haupttribüne war voll und die der Bühne gegenüber liegende Seite zu 1/4 belegt. Kurz nach 20 Uhr gings dann los. Erst wurde Musik von Freddie eingespielt, dann kam wenig später Paul Rodgers hinterm Vorhang vor und dann einer nach dem anderen. Ja, und dann wurde es richtig toll.


So richtig kochte es aber erst, als dann Brian May alleine spielte und sang. Er sprach vom "amazing men - vom erstaunlichsten Mann, den er kennenlernte ... - and we sing together... Kannst Du Dir vorstellen, wie es klingt, wenn 26.000 Menschen "Love of my Life" singen. In unserem Umkreis hab ich einige gesehen, die sich Tränen aus den Augen gewischt habe (ich auch). Das war reinstes Gänsehautfeeling.

Danach hat Roger Taylor ein paar Solos getrommelt und hat auch gesungen. Ganz deutlich hat man aber immer gespürt, wie die Leute bei den alten Queen-Songs aufsprangen und sich wieder setzten, wenn Paul Rodgers seine eigenen Lieder sang. Man hat den Unterschied bei den Menschen gespürt. Geschickt war dann auch gemacht, wo das Hintergrundvideo von Freddie und die Originalstimme eingespielt wurde und plötzlich Paul Rodgers übernahm. Diese Situationen gab es zweimal. Beim ersten Abschluss mit Bohemian Rhapsodie war dann noch einmal so ein Kribbelgefühl. In der Zugabe (gegen 22:30 Uhr) wurden dann noch die Queen-Tops gespielt. Als Bonbon kam dann bei "We will Rock You" das komplette Ensemble des Queen Musicals auf die Bühne. Das geht natürlich nur in Köln... Mit "We are the Champions" war dann Schluss, wobei mich hier die Stimme von Paul Rodgers nicht überzeugt hat.

Im Ganzen war es ein klasse Abend mit einigen "Große-Gefühle-Szenen". Aber: zu einem Paul Rodgers Konzert würde ich nicht hingehen. So ist es zumindest gut, dass es heißt: Queen und Paul Rodgers. Weil, Paul Rodgers ist nicht Queen und ist auch nicht der neue Frontmann, und schon gar nicht der Ersatz für Freddie. Auch Queen ist eigentlich nur 1/2 Queen.
Ich war vor dem Konzert sehr gespannt. Man darf nicht den Fehler machen (den macht man aber) Paul Rodgers mit Freddie zu vergleichen. Ich hatte allerdings nicht das Gefühl, dass er Freddie versuchte, zu imitieren. Ich denke, dass wäre auch in die Hose gegangen. Freddie ist Freddie, den kann man nicht ersetzen. Der gehörte zu Queen, wie John Deacon auch. Und jeder Andere (heute) verändert den Stil der Band. Und so klingen auch die alten Songs ganz anders. Ohnehin kann man es ja nicht an den Studioaufnahmen messen.
Paul Rodgers bringt seinen Stil ein, das mag auch gut so sein. Die beiden anderen "alten Herren" haben sicher wieder viel Spaß an der Sache - aber DIE Queen Zeit ist vorbei. Meine Meinung. Und das ist auch gut so. Es wäre nicht gut, wenn Taylor/May ein neues "Queen-Album" der alten Songs mit Rodgers zusammen machen würden. Das wäre wie Hohn, weil ein Paul Rodgers einem Freddie Mercury nicht das Wasser reichen kann (mmhhhh).

Ich war also wirklich nicht enttäuscht, im Gegenteil - es hat uns sehr gut gefallen. Aber man soll Queen in Erinnerung halten, wie es sie bis 1991 gab. Die Band ist eigentlich mit dem extravaganten Freddie gestorben. Das Album nach seinem Tod war auch der Abschluss von Queen (+). Was heute auf der Bühne steht ist nur ein Teil davon.



Coming soon....

Ulla Meinecke - 8. Juli 2016 | Bad König
Klaus Hoffmann - 4. Dezember 2016 | Frankfurt/M.