Venustransit

Am Morgen des 8. Juni 2004 fand der Transit der Venus vor der Sonne statt. Die Venus ist als schwarzer Fleck vor der Sonne hindurchgewandert. Die nächste Gelegenheit für ein solches Ereignis ist 2012 und die übernächste erst im Jahr 2117. Für die derzeit lebende Menschheit war es die erste Gelegenheit überhaupt, einen Venustransit zu beobachten.

Den Ablauf eines Venustransits beschreibt man mit vier sogenannten Kontaktzeiten und der "Mitte der Finsternis". Der erste Kontakt ist der Moment, an dem das Venusscheibchen erstmals die Sonnenscheibe an ihrem östlichen Rand berührt. Ihm folgt mit dem zweiten Kontakt der Moment, in dem das Venusscheibchen vollständig vor die Sonne getreten ist, es sich also vom Sonnenrand löst. Dieser Zeitpunkt ist aufgrund eines besonderen Phänomens, des sogenannten "Schwarzen Tropfen" besonders schwer zu beobachten. Dieser "Schwarze Tropfen" ist eine optische Täuschung, die Venus scheint sich dabei nämlich zunächst nicht vom Sonnenrand lösen zu wollen, ihre Form wird tropfenförmig verbogen, bevor er erst immer schmaler werdend erst dann plötzlich abreißt, wenn der zweite Kontakt eigentlich schon vorüber ist. Ursache des "Schwarzen Tropfens" sind letztlich atmosphärische Trübung sowie Effekte der Lichtbeugung im zur Beobachtung verwendeten Teleskop. Der vierte Kontakt ist dann definiert als der Zeitpunkt, an dem das Venusscheibchen die Sonne wieder vollständig verlassen hat. Die Mitte der Finsternis ist schließlich der Moment, an dem die Venus den geringsten Abstand zur Mitte der Sonnenscheibe erreicht.