Fotos: Wolfgang Müller, Daniel Rupprecht

Sky Diving

Dies soll nur ein kleiner Versuch sein, mit Worten zu beschreiben - was man aber eigentlich selbst erleben muss. Das Gefühl zu "fliegen" - frei auf die Erde zu fallen - es ist unbeschreiblich.

Ich hatte mir diesen Sprung gewünscht, weil ich mich überwinden wollte - weil ich einmal etwas machen wollte, wozu sich eben nicht jeder so einfach traut. Wozu ich mich vielleicht auch nicht trauen würde? Doch! Ich wollte springen und dieses Gefühl erleben, frei zu fallen.

Am 18.06.2006 war es nun so weit und ich löste meinen Gutschein für einen Tandemsprung ein. Wir fuhren nach Schlierstadt (zwischen Mosbach und Walldürn). Der Himmel war stahlblau und die Temperaturen sehr angenehm. Nach einer kurzen Einweisung durch den Tandem-Master ging es mit einer Cessna in etwa 25 Minuten auf 3000m Höhe. Wenn man die "großen" Flieger gewöhnt ist, kommt es einem schon ziemlich lang vor, bis sich die kleine Maschine auf die entsprechende Sprunghöhe geschraubt hat. Aber die Zeit vergeht und irgendwann kommt das Kommando "2 Minuten". Nun werden die Brillen aufgesetzt, die Karabiner eingehakt, die Gurte gezogen - es geht auf die Knie und man rückt sich in Position. Dann wird die Tür geöffnet und es wird laut und der Wind bläst einem um die Ohren.

Eng aneinander geschnallt hangeln wir uns zur offenen Tür und ich setze mein Bein auf den Tritt und sehe in die Tiefe - in 3000 Meter Tiefe ...
Doch so schnell kann ich gar keine Angst bekommen - ein kurzer Stoß - und wir fallen kopfüber in diese Tiefe.

Und genau DAS ist der überwältigenste Moment - kopfüber ins Nichts zu fallen. Wenige Sekunden vergehen, bis man sich orientiert hat - den Unterschied zwischen Himmel und Erde wahrnimmt - der Wind faucht ins Gesicht. Nach ein paar Sekunden öffnet sich ein winziger Schirm und gibt uns etwas Stabilität, jetzt fallen wir mit etwa 200 km/h auf die Erde zu - es ist wie ein Traum - man fliegt in der Luft und kann sich bewegen.

In etwa 1500m Höhe wird der große Schirm aufgezogen und es gibt einen gewaltigen Ruck - man hat das Gefühl nach oben gezogen zu werden, aber man wird "nur" von 200 auf 30km/h gebremst. Nun wird es schlagartig leise und man hat das Gefühl in der Luft zu stehen (bzw. zu hängen). Jetzt hat man etwas Zeit sich zu orientieren und zu genießen - aber beim Blick auf die Erde merkt man schon, dass man schnell sinkt.

Es geht ganz schön schnell dem Erdboden entgegen, die Felder und Wiesen kommen näher, die Autos werden größer, die Menschen werden erkennbar - ein paar Kurven gesteuert - und wir landen punktgenau im Kiesbett. Der Schirm fällt über uns zusammen und ...

... eigentlich ging alles viel zu schnell. Woooh, das war genial. Es dauert schon eine gewisse Zeit, bis ich alles realisiert habe und anfange zu erzählen - es sind einfach zu viele Eindrücke. Erst jetzt, wo ich mir in Ruhe die Bilder und das Video anschaue, beginne ich zu begreifen, beginne ich alles zu verarbeiten, richtig zu erleben. Es ist Wahnsinn - schwer in Worte zu fassen - man muss es einfach selbst erleben...