Mein Herbst 2008












Herr: es ist Zeit.
Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin
und jage die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat,
baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,
wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern,
wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke


















Keine Jahreszeit fasziniert mich so wie der Herbst. Die Kraft der Sonne lässt nach, die Tage werden kürzer. Nur im Herbst gibt es dieses Licht - am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, die Landschaft im Nebel liegt. Es ist ein Kampf der Sonnenstrahlen gegen die Feuchtigkeit der Nacht, es ist ein Kampf - das Grün der Blätter weicht und geht auf in den schönsten Farben. Bevor es welkt, bevor es stirbt. Es ist wie ein letztes Aufbäumen, ein zufriedenes Danke an den gehenden Sommer, ein prächtiges Schmücken zum Abschied - vor der kommenden Kälte. Nur im Herbst gibt es diese Wolken. Wenn der Wind durch die Landschaft fegt, die grauen Wolken treibt und aufräumt. Nur im Herbst gibt es diese Farben, nur im Herbst gibt es diesen Geruch - der Erde nach dem Regen, nach feuchtem Laub, nach Pilzen und reifen Früchten. Nur im Herbst gibt es diese Gefühle, diese Gedanken an vergangene Herbste ... - UND TAUSEND BILDER.

Mein Herbst

©Mike Rupprecht, alle Urheberrechte dieser Bilder liegen bei mir. Jede weitere Verwendung bedarf meiner ausdrücklichen Genehmigung.