Das Hundertwasserhaus in Darmstadt
Für seine goldenen Zwiebeltürme, strahlenden Mosaiken und leuchtenden Spiralen von
einem Millionenpublikum geliebt, von Kunstkritikern als "Behübscher" und
"Zuckerbäckerarchitekt" belächelt, ruft der Kunstmaler, Architekt und
Zivilisationskritiker Friedensreich Hundertwasser Kontroversen hervor.
Hundertwasser wurde am 15. Dezember 1928 in Wien als Fritz Stowasser geboren. Den
Künstlernamen ("Sto" bedeutet in einigen slawischen Sprachen "hundert") legte er sich 1949
zu. 1929 starb sein Vater, der als technischer Beamter berufstätig war. 1943 wurden 69
jüdische Familienangehörige mütterlicherseits deportiert und in Vernichtungslagern
umgebracht. Hundertwasser besuchte 1936 die Montessori-Schule in Wien. 1948 machte er die Matura
(Abitur) und verbrachte anschließend drei Monate an der Wiener Kunstakademie bei Prof. Robin
Christian Andersen.
Ausgedehnte Studienreisen führten ihn 1949-1951 nach Paris, Marrakesch, Tanger, Tunis,
Italien und Spanien. Von 1983 - 1986 entstand im Wiener 3. Bezirk das "Hundertwasser-Haus", das
bis heute in Wien zu den beliebtesten Touristenzielen zählt. Friedensreich Hundertwasser
erlag am 21. Februar 2000 an Bord eines Schiffes auf dem Weg nach Neuseeland einem
Herzversagen.
Von 1997 bis 2000 lies der Bauverein AG Darmstadt unter dem Namen Waldspirale im Darmstädter
Bürgerparkviertel - auf dem ehemaligen Schlachthofgelände - in Darmstadt ein
Wohngebäude nach Gestaltungsideen des Künstlers Friedensreich Hundertwasser und einem
Entwurf des Architekten Heinz Springmann errichten. Der hufeisenförmig gebogene
Grundriß, das im Bogen ansteigende Dach sowie Dachbegrünung und Fassadenbepflanzung
waren Gründe für die Namensgebung.
In der Waldspirale entstanden 105 gut geschnittene Eigentumswohnungen sowie Räumlichkeiten
für einen Souvenirshop, ein Reisebüro, ein Café und ein Restaurant. Wohnen im
Einklang mit der Natur ist Teil der Philosophie Hundertwassers.
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